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12. Dezember 2011

Ein Gefühl für den Wert von Verantwortung bekommen

GEFÖRDERTE PROJEKTE: Die Dieter-Kaltenbach-Stiftung führt ehemalige Hort-Kinder als Praktikanten der Erzieher ein.

  1. Joachim Sproß, Geschäftsführer der Dieter Kaltenbach-Stiftung. Foto: Claudia Gabler 

LÖRRACH (gab). Die BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" im Landkreis Lörrach unterstützt mit Spenden von Lesern und Firmen sowie den Erlösen aus BZ-Veranstaltungen zum einen Not leidende Familien und Einzelpersonen, zum anderen fördert sie Aktivitäten sozialer Initiativen und caritativer Verbände. In loser Folge stellen wir Projekte, die im vergangenen Jahr gefördert wurden, sowie Hilfen im Einzelfall vor. Diesmal die Dieter Kaltenbach-Stiftung und ihr gefördertes Projekt "Älter werden – Vorbild sein".

Für ihre Hort-Kinder ist die Kaltenbach-Stiftung ein zweites Zuhause. Die Sechs- bis Vierzehnjährigen essen dort Mittag, machen Hausaufgaben und spielen. Wenn sie alt genug sind und die Betreuung durch den Hort nicht mehr brauchen, halten die meisten von ihnen Kontakt zu ihren ehemaligen Betreuern in der Stiftung und nutzen deren Freizeitangebote. Aus dieser Bindung hat ihr Geschäftsführer Joachim Sproß das ehrgeizige Projekt entwickelt, das die Persönlichkeitsbildung erneut ins Zentrum der Kaltenbach-Stiftung rückt, indem es ehemalige Hort-Kinder als Praktikanten der Erzieher einführt – und damit deren Bewusstsein für ihre Reife und Verantwortung fördert.

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Zunächst stand die Frage, welcher Ehemalige, welche Ehemalige Freude hätte an so einer Arbeit, die die Stiftung mit einem kleinen Salär entlohnen konnte. Die Betreuer hatten gleich viele Namen parat, kontaktierten die Jungs und Mädchen und stellten ein Team zusammen. Der praktischen Arbeit, also der Mit-Betreuung der Kinder durch die Ehemaligen, wurde eine Theoriephase vorangestellt. In Einzelgesprächen und Gruppenaktivitäten sollten die Jugendlichen ein Gefühl für den Wert von Verantwortung bekommen und sie sollten lernen, was Verantwortung für ihre künftige Praktikantenarbeit bedeutet.

Eingesetzt wurden die Jung-Mitarbeiter über das gesamte vergangene Jahr, vor allem in den Ferienprogrammen, aber auch im Hortalltag, bei der Gartenarbeit, bei Küchenarbeiten und für kleine Reparaturdienste. Immer im Vordergrund stand dabei die Sensibilisierung der Zwölf- bis Fünfzehnjährigen für die Übernahme von Verantwortung und die Analyse des eigenen Handelns, so Sproß. Doch nicht nur die Praktikanten selbst, sondern auch die Hortkinder konnten aus dem neuen Prozess lernen, durch das Erkennen nämlich, dass aus einem ehemaligen Hortkind ein Mensch mit Verantwortung werden kann. Das Projekt kam bei den Jugendlichen derart gut an, dass bei Joachim Sproß inzwischen einige Anfragen nach einer Mitarbeit im nächsten Jahr eingegangen sind. "Bei so viel positivem Feedback werden wir auf jeden Fall weitermachen", so der Geschäftsführer, "egal, ob wir weiter Förderungen für das Projekt bekommen oder nicht."

Spenden: Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, BLZ 68350048, Kto 1008820; Volksbank Dreiländereck, BLZ 68390000, Kto 3131

Kaltenbach-Stiftung

1965 gründete der Lörracher Unternehmer Dieter Kaltenbach die Dieter Kaltenbach-Stiftung. 1973 wurde das stiftungseigene Zentrum für Spielen und Gestalten in Stetten errichtet. Ziel der Stiftung ist, dort die Persönlichkeitsbildung von Menschen jeden Alters mit künstlerischer und sozialer Förderung zu unterstützen. Neben dem Kinderhort bietet die Stiftung weitere kulturelle und soziale Angebote an, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Kurse in den Bereichen Gestaltung, Kunst und Bewegung für Kinder und Jugendliche an. Derzeit beschäftigt die Stiftung rund 40 Mitarbeiter und 30 Honorarkräfte und Künstler.  

Autor: gab

Autor: gab