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15. September 2014 16:08 Uhr

Kreisjäger feiern 50 Jahre Vereinsbestehen

Eine Feier zu Jagdhornklängen

Unter großer Beteiligung der Jäger und der nichtjagenden Bevölkerung feierte die Kreisjägervereinigung Lörrach am Sonntag auf Schloss Bürgeln ihr 50-jähriges Vereinsbestehen. Anwesend waren zudem Gäste aus Politik und Wirtschaft.

  1. Steinadlerdame „Nancy“ auf dem Handschuh von Falkner Thomas Mayer. Foto: Reinhard Cremer

SCHLIENGEN. Noch war das Schloss in tiefhängende Wolken gehüllt, als die Jagdhornbläsergruppe des Kreisvereins Lörrach den Festakt eröffnete. Den Auftakt bildete eine stimmungsvolle Hubertusmesse, gehalten von Pfarrer im Ruhestand Jan Pieper, umrahmt von den Dinkelberger Jagdhornbläsern. Pieper bezeichnete in seiner Andacht das Wirken der Jäger als Dienst an der Natur und der Gesellschaft.

In seiner Begrüßungsrede ging Kreisjägermeister Dietrich Brombacher auch auf die Geschichte des Kreisvereins ein, der sich in den 50er Jahren aus dem Stammtisch "Alter Keiler", der heute noch existiert, hervorging. Brombacher stellte fest, dass die Jäger seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs viel Kontinuität aber auch Veränderung erfahren haben. Vermehrt seien sie mit der kritischen Einstellung von Teilen der Gesellschaft zur Jagd konfrontiert. Der Dialog mit der nichtjagenden Bevölkerung sei heute wichtiger als je zuvor. "Wir hoffen", so Brombacher, "im Rahmen der Novellierung des Landesjagdgesetzes Ergebnisse zu erzielen, damit wir die Jagd auch in Zukunft eigenverantwortlich so ausüben können, wie wir es als staatlich ausgebildete Jäger und anerkannte Naturschützer gelernt haben."

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Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh bestätigte, dass sich die Jägerei in einer sehr bewegten Zeit befinde. Er betonte, dass die Jäger unverzichtbar seien für die Erhaltung von Wild und Wald. Kritisch stellte er die Frage, ob der Wald tatsächlich 24 Stunden "geöffnet" sein müsse. Zu viele Freizeitaktivitäten fänden mittlerweile in den Revieren statt und beunruhigten das dort heimische Wild.

Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes, zitierte aus der Präambel zur Standortbestimmung Jagd: "Jagd ist gelebte Nachhaltigkeit und ein erfolgreiches Modell für den Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen." Jäger seien genauso wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Auch bei ihnen gebe es schwarze Schafe. Er kritisierte das geplante Fütterungsverbot des Wildes in Notzeiten und wies darauf hin, dass jedermann auch im Sommer die Vögel im Garten füttern könne. Gleichzeitig warb Fischer für eine ideologiefreie Zusammenarbeit mit den unteren Ebenen des BUND und des Nabu.

In seiner humorigen Festansprache betonte der Ehrenlandesjägermeister von Baden-Württemberg, Dieter Deuschle, die Wichtigkeit der jagdlichen Ethik als Bestandteil der Jägerausbildung. Was geschehe, fragte er, wenn niemand mehr zur Jagd gehe? Die Jäger würden zahlreiche ihnen durch Gesetz zugewiesene Aufgaben übernehme – und zahlten dafür aus eigener Tasche.

Den Gruß der Landrätin Marion Dammann überbrachte der erste Landesbeamte Walter Holderied. Jäger seien keine Außenseiter, stellte er fest. Jagd sei fester Bestandteil der Gesellschaft und kein elitäres Tun Weniger. "Stellen Sie sich der Diskussion. Streiten Sie für ihre Sache," rief er die Jägerschaft auf, "aber bleiben Sie kompromissbereit."

Grußworte des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster überbrachte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Paul Renz. Die Kreisjägermeisterin von Freiburg, Elisabeth Keil, überbrachte ebenfalls Geburtstagsgrüße.

Begleitet wurde der Festakt von Jagdhundevorführungen, geleitet von Hundeobmann Hans Kramer. Bestaunen ließ sich die 28-jährige Steinadlerdame "Nancy" auf dem Handschuh von Falkner Thomas Mayer. Am Stand der Jagdschule Heller konnten sich Interessierte über die Jägerausbildung informieren.

Autor: Reinhard Cremer