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23. Juni 2017

Ferienfreizeiten für Kreisräte unverzichtbar

Empörung im Ausschuss.

  1. Bei der Mädchenfreizeit sind Mädchen unter sich. Foto: Archivfoto: Privat

LÖRRACH (gra). Empörung löste im Jugendhilfeausschuss des Kreistags am Mittwoch ein Thema aus, das gar nicht auf der Tagesordnung stand: die Zukunft der Ferienfreizeiten, die das Kreisjugendreferat organisiert. Offenbar gibt es bei der Verwaltung Überlegungen, die beiden verbliebenen Freizeiten für Familien und Mädchen, die dieses Jahr nach Kroatien führen, für 2018 zu streichen. Die Kreisräte im Ausschuss lehnten dies einhellig ab.

Zur Sprache brachte das Thema Beatrice Kaltenbach-Holzmann (Freie Wähler). Ehrenamtliche Mitarbeiter und Teilnehmer hatten sich an die Fraktionen gewandt. Die Freizeiten seien sehr gut organisiert und für die Teilnehmer wertvoll, lautete der Tenor der E-Mails. Die Freizeiten seien wichtig und gut, weil sie Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenbringen, inklusiv und integrativ wirkten sowie weltanschaulich neutral seien, befand Gabriele Weber (SPD). Die Mädchenfreizeit biete Eltern mit muslimischem Hintergrund zudem die Gewähr, dass Mädchen tatsächlich unter sich sind. Bernhard Escher (CDU) plädierte sogar dafür, das Programm aufzustocken, nicht zuletzt als Angebot für einkommensschwache Familien. "Der Landkreis muss dies schultern können", zeigte er sich zuversichtlich, dass die Mittel für die freiwillige Leistung im Herbst abgesegnet werden.

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Für Margarete Kurfeß (Grüne) war "befremdlich und seltsam", dass eine mögliche Streichung nicht auf der Tagesordnung stand. In den Mails an die Fraktionen habe "sich eine Wand aufgetan". Kurfeß forderte, bei der Haushaltsplanung auch die Inhalte anzuschauen und das Spektrum der Angebote im Landkreis zu betrachten. Pädagogisch sei es allemal sinnvoll, dass Jugendliche in Gruppen Ferienzeit verbringen. Die Frage sei, wie. Auch Franz Kiefer (FDP) möchte auf die Freizeiten nicht verzichten.

Landrätin Marion Dammann wollte nicht näher auf die Sache eingehen. Noch sei nichts entschieden; die Verwaltung müsse aber Vorschläge machen im Hinblick auf die Haushaltsberatungen, sagte sie. Ganz neu ist das Thema übrigens nicht: Bereits 2010 hatte die Verwaltung vorgeschlagen, 2011 die beiden Sommerfreizeiten auszusetzen, um 30 000 Euro im Haushalt zu sparen. Es gebe hinreichend Alternativen, hieß es damals. Am Ende einigte man sich auf eine Freizeit.

Autor: gra