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19. Mai 2017 15:29 Uhr

Biosphärengebiet

Förderanträge von Auerhahn bis Ziege

Die ersten 21 Förderanträge für Geld aus dem Topf des Biosphärengebiets Südschwarzwald sind gestellt. Sie decken eine Breite von Landwirtschaft über Naturschutz bis zu Tourismus und Kultur ab.

  1. Die Förderung eines Ziegenstalls könnte aus dem Topf des Biosphärengebiets bewilligt werden. Foto: Juliane Kühnemund

21 Projekte wollen aus dem Topf des Biosphärengebiets Südschwarzwald gefördert werden. Erstmals wurden sie am Donnerstag in Zell im Wiesental vorgestellt. Von der ferngesteuerten Mulchraupe über Themenwege bis zum Konzept für Fleischvermarktung – die Anträge spiegeln wider, für was ein Biosphärengebiet gut sein kann.

"Im Landkreis Lörrach war man offenkundig sehr kreativ und schon vorbereitet", sagt Geschäftsführer Walter Kemkes. Neben fünf eingereichten Förderanträgen, die sich über das gesamte Gebiet erstrecken, gibt es einen aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, aber keinen aus dem Landkreis Waldshut. Der Rest ist aus Lörrach.

Rund 365.000 Euro Fördermittel

21 Förderanträge für den Topf des Biosphärengebiets gingen für die erste Förderphase ein. Zusätzlich können Kommunen, Vereine und Privatpersonen noch Geld aus weiteren Fördermitteln beantragen. Das Biosphärenteam berät und unterstützt sie dabei.

Die Gesamtsumme der Projekte beträgt 733.708 Euro, als Förderung könnten dafür 364.904 Euro ausgeschüttet werden. Je nach Antragsteller und Projekt gibt es Zuschüsse von 40 bis 90 Prozent. Der Topf ist voll, laut Kemke stehen die Chancen nicht schlecht, dass alle Projekte zum Zug kommen – so sie denn förderfähig sind. Ein Großteil der Projekte hat einen Förderzeitraum von einem Jahr, manche sind aber auch auf zwei oder drei Jahre angelegt. Wer Geld bekommt, das soll im Juli entschieden sein.

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Stressfrei auf die Weide und in den Schlachthof

Gab es vor der Gründung immer wieder die Befürchtung, das Biosphärengebiet würde den Landwirten eher schaden statt nutzen, so wollen die ersten Landwirte bereits die Fördermöglichkeiten nutzen. Zwei Hangspezialmaschinen dabei; ein Verein will eine ferngesteuerte Mulchraupe für die Arbeit in extrem steilen Lagen – wo der Einsatz eines Fahrzeugs mit Fahrer zu riskant wäre.

Ein schleppergezogener Viehanhänger soll Kühe stressfrei auf die Weide und in den Schlachthof transportieren. Zwei Betriebe, die zusammengelegt werden, beantragen Geld für den Neubau eines Mutterkuhstalls mit Ziegenstall. Auf Förderung hofft auch ein Landwirt, der für sein Streuobst eine neue Brennereianlage braucht.

Ein Imkerverein will Geräte, um eigene, biologische Mittelwände für ihre 350 Völker herstellen zu können. Und ein junger Nebenerwerbslandwirt hofft auf Förderung für seine innovative Onlinevermarktungsplattform für Fleischprodukte.

Drei neue Themenwege

Dreimal vertreten sind Themenwege, auf Geld – zunächst für die Konzeption – hoffen der Erlebnis-Rundweg Muggenbrunn, der Walter-Wagner-Weg in Todtnau und der Sagenweg von Tegernau nach Wies. Ebenso gibt es Anträge für zwei Biosphärenwebcams und die historische Klopfsäge in Fröhnd braucht ein neues Wasserrad.

Ein Theaterverein, der mit Schauspielern und Zuschauern durch die Natur zieht, will eine Homepage erstellen, ein Verein die Kirschensorte "Gresger Ammele" retten und stärken.

Mittel für die Weiterbildung von "Biosphären-Guides" könnten ebenfalls aus dem Topf kommen, genauso wie für Monitoring- und Naturschutzprojekte, zum Beispiel der Pflege des Habitats für Auerhühner, das Greifvogelmonitoring und die Kartierung und Verjüngung der Weidbuchen. Und rund um ausgewählte Kernzonen soll ein Wildnis-Erlebnis-Programm entstehen.

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Autor: gtr