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24. Juni 2011
Gesund durch Lebensstil
Erste Gesundheitskonferenz im Kreis / Stoffwechselkrankheiten und Hausarztversorgung im Blick.
LÖRRACH (BZ). Chronische Erkrankungen entstehen nicht von heute auf morgen und sind in vielen Fällen auch nicht schicksalhaft oder unabwendbar. Durch gesundes, eigenverantwortliches Verhalten und gesunde Lebensverhältnisse ließen sich viele chronische Erkrankungen vermeiden oder in ein späteres Lebensalter verschieben, schreibt Uwe Hoffmann, Leiter der Fachbereichs Gesundheit, anlässlich der ersten Gesundsheitskonferenz im Landkreis am kommenden Sonntag, 26. Juni,. im Burghof Lörrach.
Bei einer steigenden Lebenserwartung und geringer Geburtenrate altert die Gesellschaft. Dies wirkt sich auf die Gesellschaft und besonders auf den Gesundheitssektor aus: Das Krankheitsgeschehen wird bereits heute zu etwa drei Vierteln von chronischen Krankheiten, wie Tumor-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, bestimmt. Diese beeinträchtigen die Lebensqualität, führen zu einem gesteigerten Bedarf an therapeutischen und pflegerischen Leistungen und verursachen einen erheblichen Teil der Gesundheitskosten. Für etwa 20 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten, müssen 80 Prozent der Ausgaben aufgewendet werden, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch. Führen chronische Krankheiten zu einer Erwerbsminderung, erleiden die Betroffenen finanzielle Nachteile und stehen zusätzlich dem Arbeitsmarkt nicht mehr als qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung.Werbung
Das Ziel müsse sein "Krankheiten vermeiden, statt behandeln", hält Hoffmann fest. Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken sei daher das Gebot der Zeit. Nach einem Gutachten der Prognos AG Basel erhält die Volkswirtschaft für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro fünf Euro zurück. Gesundheitsfördernde Lebenswelten müssten erhalten und geschaffen werden. Baden-Württemberg trägt diesem Anliegen mit der "Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg" Rechnung. Für die Umsetzung vor Ort stehen die regionalen Gesundheitskonferenzen. Diese orientieren sich am lokalen Bedarf gesundheitlich relevanter Angebote und deren Vernetzung.
Zur Vorbereitung der Gesundheitskonferenz am Sonntag befragte der Fachbereich Gesundheit des Landratsamtes Experten zu gesundheitsrelevanten regionalen Themen. Zusammen mit der lokalen Gesundheitsberichterstattung des Landratsamts zu den Todesursachen im Landkreis sowie einer Befragung zur Situation der hausärztlichen Versorgung ergaben sich erste Handlungsansätze. Diese bestehen in der Vorsorge vor stoffwechselbedingten Erkrankungen unter dem Motto "Gesundheit durch Lebensstil – den Stoffwechsel im Blick" und bei der Situation der ärztlichen Versorgung. Nach Angaben des statistischen Landesamts zeigt sich im Landkreis seit Jahren eine leichte Übersterblichkeit durch Diabetes bedingte Todesursachen im Vergleich zum Landesschnitt. Zudem sind gut ein Drittel der Hausärzte im Landkreis älter als 60 Jahre. Dabei konzentriert sich die ärztliche Versorgung auf die städtischen Gebiete.
Die geladenen Teilnehmer der Gesundheitskonferenz am Sonntag im Burghof sind aufgefordert ihre Meinung und Schwerpunkte zur Entwicklung des Landkreises unter gesundheitlichen Gesichtspunkten zu diskutieren. Besucher der Messe "Gesunden Zeiten" können am Stand des Landratsamtes bereits am Samstag Ideen und Wünsche auf einer Pinnwand festhalten. Zur Umsetzung der Ziele der regionalen Gesundheitskonferenzen kann der Landkreis kann bei Erfolg seines Förderantrages mit Zuschüssen bis zu 40 000 Euro rechnen. Ein Teil davon soll zur Projektförderung eingesetzt werden.
Autor: bz
