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27. November 2009
Kampf den Keimen
Mit einem Netzwerk will der Landkreis hartnäckige Krankheitserreger in den Griff bekommen
LÖRRACH. Der Kreis Lörrach hat sich die Bekämpfung antibiotikaresistenter Erreger zum Ziel gesetzt. Dazu gründete sich ein Netzwerk, in dem Vertreter aus verschiedenen Bereichen der medizinischen Versorgung, der Pflege sowie der Kostenträger zusammenarbeiten. Der Landkreis gehört damit zu fünf Pilotkreisen in Baden-Württemberg, die eine Bekämpfungsstrategie entwickeln und erproben, wie Uwe Hoffmann, Leiter des Fachbereiches Gesundheit, im Gespräch mit der BZ sagte.
Seit Jahren steige die Anzahl der Krankheitserreger, gegen die keine oder nur wenige Antibiotika mehr helfen, weil sie multiresistent geworden sind. Ursache dafür sei zum einen der falsche Einsatz von Antibiotika: Die Medikamente werden genommen, obwohl dies nicht nötig wäre, sie werden aber auch nicht lang genug genommen oder einfach nicht das geeignete Mittel. Andererseits gibt es zunehmend alte Menschen und Intensivpatienten, die mehr Antibiotika brauchen. Dies alles begünstige die gefürchteten Resistenzen.Während für gesunde Menschen die Keime häufig keine Gefahr darstellen, können sie bei Menschen mit Vorerkrankungen gravierende Folgen bis zum Tod haben. So komme es vor, dass gesunde Menschen Keime tragen, die jedoch nicht zu einer Infektion führen. Wenn eine Infektion mit multiresistenten Keimen entsteht, seien die Behandlungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt, so Hoffmann.
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Auf Initiative des Landesgesundheitsamtes entstehen zurzeit Jahr fünf regionale Netzwerke, die jeweils vor Ort gegen Multiresistente Erreger kämpfen, so Doris Reich vom Landesgesundheitsamt. Im kommenden Jahr sollen dann flächendeckend Netzwerke entstehen. Während auf Landesebene die Koordination läuft und Empfehlungen sowie Leitlinien ausgearbeitet werden, geht es bei den regionalen Netzwerken, wie jetzt auch das im Kreis Lörrach, um Austausch und Informationsfluss. So sei es wichtig, dass Einrichtungen sich gegenseitig informieren, wenn ein Patient, der von resistenten Bakterien befallen ist, zum Beispiel von einem Pflegeheim ins Krankenhaus verlegt wird, damit entsprechende Hygienemaßnahmen vorgenommen werden. "Die Kliniken im Landkreis haben schon Pläne zur Eindämmung von Multiresistenten Erregern erstellt", betont Hoffmann. Die Akutkliniken beteiligen sich zudem an einem Screening, bei dem an stationär aufgenommenen Patienten mit einem Abstrich das Vorliegen einer Besiedlung mit Keimen getestet wird. Daraus erhoffen sich der Fachbereich Gesundheit einen Überblick über die Situation im Landkreis.
Das Netzwerk soll mit einem abgestimmten Maßnahmepaket zunehmende Resistenzen verhindern. Mit ähnlichen Projekten habe man in den Niederlanden gute Erfolge erzielt.
Autor: Britta Wieschenkämper


