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08. April 2013

Landwirte als Bausteine der Stabilität

Beim Agrar- und Verbrauchertag der FDP Südbaden ging es auch um den Erhalt der Landschaft.

  1. Agrar- und Verbrauchertag der FDP Südbaden Foto: Jutta Schütz

KANDERN-WOLLBACH (jut). Vorwiegend ein fachkundiges Publikum in Sachen Agrarpolitik sprach das öffentliche Forum des 58. Agrar- und Verbrauchertages der FDP Südbaden auf dem Rüttehof von Familie Fischer in Wollbach ein. Als Überschrift über der FDP-Veranstaltung stand das Motto "Nachhaltige Erhaltung und Förderung unserer Kulturlandschaft".

Die Referate von Friedrich Bullinger, Mitglied des Landtages und Agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, von Werner Räpple, dem Vorsitzenden des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, Walter Holderried, als Erstem Landesbeamten und dem FDP- Bundestagsabgeordneten Professor Erik Schweickert drehten sich allerdings schwerpunktmäßig um die Förderungs- und Verdienstmöglichkeiten für Landwirte nach der Reformrunde, die die Rahmenbedingungen innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Jahre 2014 bis 2020 festlegt.

Dabei machten auch die Moderatoren Martin Cammerer vom Agrarausschuss und Sascha Fiek als FDP-Bezirksvorsitzender klar, dass die FDP-Südbaden zum bisherigen Zwei-Säulen-Model steht. Die erste Säule innerhalb der Förderrichtlinien enthält die Direktzahlungen an die Landwirte, die zweite Säule legt den Schwerpunkt auf ländliche Entwicklung, darunter die Agrar- und Umweltmaßnahmen. Die Fördermittel sollen die Existenz der Landwirte sichern. Das Thema "greening", die Regelung, die vorschreibt, das Ackerland nicht einfach in Ackerland umgewandelt werden kann, könnte ein "Kampfthema" für die FDP werden, war man sich einig. Einig war man sich auch darin, dass durch viele neue Regelungen, der bürokratische Aufwand für Landwirte nicht abgenommen, sondern noch einmal zugenommen hat.

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Bollinger vertrat die Ansicht, dass "die klassische Produktion der Landwirte in Baden-Württemberg ein Baustein für Stabilität" sei und kritisierte die Landwirtschaftspolitik in Brüssel, die keine Rücksicht auf sehr unterschiedliche Landwirtschaftsräume nehme. Räpple war der Ansicht, dass es für Baden-Württemberg aber auch den Kreis Lörrach sehr wichtig werde, Bergbauern mit Viehhaltung finanziell zu unterstützen, sonst breche die Tierhaltung , die für die Landschaftsoffenhaltung nötig sei, komplett weg.

Walter Holderried bezeichnete Fördergelder kein als vom Himmel fallendes "Manna" sondern als Arbeitsentgelt, gerade für die Nebenerwerbslandwirte im Kreis. Die Kritik an der Äußerung von Finanzminister Nils Schmid, dass man es sich leisten könne, "ein paar Schwarzwaldtäler zuwachsen zu lassen", war deutlich. Niemand könne es sich leisten, Landschafts-Offenhaltungsprojekte zu bezahlen, falls sich die Landwirte aus der Landschaftspflege zurückziehen, so Holderried. Kritik an landwirtschaftlicher Politik kam von Verbraucherseite: Die Landwirte müssten durch Ehrlichkeit dazu beitragen, dass Verbraucher noch mehr regional einkaufen – "nur muss dann die Butter auch aus dem Schwarzwald und das Ei aus Bodenhaltung sein, wenn es draufsteht", meinte eine Zuhörerin.

Autor: jut