Motto: Raum für Gutes

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Di, 19. Juni 2018

Lörrach

In der Woche der Diakonie geht es auch um den Mangel an bezahlbaren Wohnungen im Landkreis.

LÖRRACH. "Raum für Gutes" lautet das Motto der diesjährigen Woche der Diakonie, die vom 20. Juni bis zum 1. Juli begangen wird. Zum Programm gehören eine Podiumsdiskussion, ein Filmabend, ein Chorprojekt sowie Gottesdienste.

Das Thema sei durchaus zweideutig gemeint, erklärt Michael Schmitt-Mittermeier, Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Landkreis Lörrach. Einerseits sind damit die Gemeinden und Begegnungszentren gemeint, die Raum für Gutes bietet, aber beim Thema Raum kommt man immer auch auf die Problematik des Wohnraums, "ein absolut brennendes Thema im Landkreis", wie Schmitt-Mittermeier feststellt. Die Wohnungsnot betrifft die Diakonie selbst, wenn Mitarbeiter keine Wohnungen finden, aber auch bei der Schwangerenberatung oder bei der Schuldnerberatung werden die Mitarbeiter oft mit diesem Problem konfrontiert. "Oft sind die Mieten so hoch, dass sehr wenig Spielraum für eine Entschuldung bleibt", berichtet die stellvertretende Geschäftsführerin Karin Racke. Die Diakonie ist auch in der Flüchtlingsarbeit engagiert, auch dort ist die Wohnungsnot ein großes Problem, denn eine Wohnung ist besonders wichtig für eine gelingende Integration.

Zum Auftakt der Woche gibt es deswegen am Mittwoch, 20. Juni, der auch Internationaler Tag des Flüchtlings ist, um 19.30 Uhr in der Alten Feuerwache in Lörrach eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Angekommen! – und wie weiter?" Der grüne Landtagsabgeordnete Josha Frey, der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann, Pfarrer Jörg Hinderer, Beauftragter für Flucht und Migration im Kirchenbezirk Markgräflerland, Anette Huber, Leiterin des Hauptamtes der Stadt Weil am Rhein, sowie Eva Petersik, Integrationsbeauftragte des Landkreises Lörrach, sitzen auf dem Podium. Es sollen aber auch Stimmen von Betroffenen und aus dem Publikum einfließen.

Am Sonntag, 24. Juni, findet um 10 Uhr in Zell im Wiesental ein Gottesdienst statt, der sich inhaltlich mit dem Thema der Woche befasst. Ein Bläserkreis und die Trommelgruppe des offenen Treffs in Schopfheim werden den Gottesdienst mitgestalten, kündigt Diakoniepfarrer Martin Schmitthenner an. Eine offene Probe zum Mitsingen mit dem Chor "Chorisma" gibt es am Montag, 25. Juni, um 19 Uhr in der Friedensgemeinde in Weil-Friedlingen. Im dortigen Garten wird am Freitag, 29. Juni, ab 21.30 Uhr, der Film "Einer trage des anderen Last" gezeigt. "Der Film stammt aus der Endzeit der DDR, und es ist erstaunlich, dass er dort zugelassen wurde", sagt Pfarrer Jörg Hinderer. Im Lungensanatorium treffen ein marxistischer Volkspolizist und ein evangelischer Vikar aufeinander. Der eine will ein Bild von Stalin aufhängen, der andere von Christus, der eine liest das Kommunistische Manifest, der andere die Bibel. Ein sehr unterhaltsamer Film, wie Hinderer verspricht. Schließlich finden am Sonntag, 1. Juli, in den Gemeinden des Kirchenbezirks Abschlussgottesdienste statt. Die Woche der Diakonie dient aber auch dazu, Spenden zu sammeln, deren Aufkommen in den vergangenen Jahren rückläufig ist, wie Schmitt-Mittermeier bedauert. Von den Spenden erhalten 20 Prozent die Gemeinde, 30 Prozent der Kirchenbezirk und 50 Prozent das Diakonische Werk, das davon einzelne Projekte vor Ort unterstützt.