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29. Juli 2011
Nach dem Zivi der "Bufdi"
In der Kaltenbach-Stiftung ist der Übergang vollzogen / Patrick Kiefer aus Steinen ist der Erste.
LÖRRACH. Bei der Dieter-Kaltenbach-Stiftung in Stetten ist der Übergang vom Zivi zum "Bufdi" vollzogen. Nachdem der Zivildienst auslief, wurde dieser Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) eingerichtet. Er steht seit 1. Juli neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), wobei diese beiden in die Länderzuständigkeit fallen.
Der 19-jährige Patrick Kiefer aus Steinen hat sich schnell und zielgerichtet entschieden: Nach dem Abitur am Schopfheimer Gymnasium hatte er noch keinen konkreten Berufswunsch, Zeit vergammeln kam nicht in Frage. Er bewarb er sich bei der Kaltenbachstiftung Lörrach, weil er etwas Sinnvolles tun und Lebenserfahrung in verschiedenen Bereichen sammeln wollte. Patrick Kiefer ( macht sich seit einigen Wochen mit einem Ein-Jahres-Vertrag die neue Möglichkeit des Bundesfreiwilligendienstes zu Nutze, da nach der Aussetzung des Bundeswehrdienstes auch der Zivildienst abgeschafft ist. Als "Bufdi" – er findet diese Abkürzung ganz fürchterlich – bekommt er für den ehrenamtlichen 40-Stunden-Einsatz ein Taschengeld von 450 Euro monatlich, inklusive der Fahrtkosten.Werbung
Die Möglichkeit dieses freiwilligen Einsatzes im sozialen Bereich besteht auch für Menschen in höheren Altersgruppen. "Das muss sich in der Öffentlichkeit erst herum sprechen", meint Patrick Kiefer, denn höchstens zehn Prozent der notwendigen Hilfsstellen sind im Land bisher besetzt.
Joachim Sproß, der Leiter des Zentrums für Spielen und Gestalten der Kaltenbach-Stiftung, freut sich, dass er für die letzten jetzt ausscheidenden Zivildienstleistenden nahtlos Ersatz gefunden hat, der zweite kommt im September. Doch Sproß ist nicht sicher, dass das in Zukunft immer so funktionieren wird: "Ich fürchte, auch wir werden Fachkräftemangel kriegen".
"Es ist ein Geben und Nehmen", resümiert Axel Keil, der für die Betreuung der Freiwilligen im Zentrum zuständig ist "Wir haben ein vielfältiges Arbeitsgebiet mit Schwerpunkten in Verwaltung/Organisation, mit hausmeisterlichen und hauswirtschaftlichen Aufgaben sowie beim Einkauf oder in der Unterstützung der Erzieher bei der Betreuung von Hortkindern".
"Ich würde es gleich wieder machen hier", sagt der scheidende Zivildienstleisten Nils Haunschild nach sechs Monaten im Zentrum. Jetzt wechselt er zur Dualen Hochschule (DHBW), um Betriebswirtschaft zu studieren. Tobias Hoffmann hat sich vor allem in der Hausmeisterwerkstatt richtig am Platz gefühlt, Carsten Voegele (Rheinfelden) hat als Zivildienstleistender viel Einblick in Verwaltungsabläufe bekommen. Er wird demnächst das Studium der Fächer Deutsch und Politik beginnen.
Autor: Johanna Högg
