Sprösslinge

Nachwuchs bei Sumpfspringaffen im Basler Zoo

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. Dezember 2018 um 10:01 Uhr

Basel

Ist es ein Mädchen oder ein Junge? Das ist noch nicht ganz klar. Bei Sumpfspringaffen lässt sich das Geschlecht anfangs nur schwer bestimmen. So auch beim Nachwuchs im Zoo Basel.

Der jüngste Spross der Sumpfspringaffenfamilie im Zoo Basel turnt schon recht mutig an den Seilen herum. Bereits im Oktober ist der oder die Kleine zur Welt gekommen, wie der Zoo mitteilte. Männchen und Weibchen sind bei jungen Sumpfspringaffen nur schwer zu unterscheiden. Die Tierpfleger gehen davon aus, dass es ein Junge ist und haben ihm den Namen Payaso gegeben. Payaso ist das Kind von Chica, neun Jahre alt, und dem 13-jährigen Gunther. Er ist sehr munter und traut sich bereits ein paar Schritte weg von seiner Mutter. Mutig hangelt der Kleine alleine am Seil, saust aber beim kleinsten Alarmruf der Eltern sofort zurück in die Arme von Mama oder Papa.

Ältere Geschwister helfen bei der Pflege

Payaso wird von beiden Eltern herumgetragen. Üblicherweise helfen bei Sumpfspringaffen auch die älteren Geschwister bei der Pflege mit. Doch Marañon, drei Jahre alt, das ältere Geschwister, sitzt eher abseits, gesellt sich aber zum Schlafen zur Familie. Auch in der Natur bleiben die älteren Jungen lange in der Familie und helfen bei der Pflege des Nachwuchses mit. Erst wenn die Gruppe zu groß wird, wandern sie ab. Für Gunther und Chica ist Payaso ihr neuntes Junges.

Aus dem westlichen Amazonasbecken

Sumpfspringaffen leben im westlichen Amazonasbecken als monogame Paare mit ihrem Nachwuchs in den bodennahen Etagen des Regenwaldes. Sie sind bekannt für ihre lauten frühmorgendlichen Duettgesänge. Gerne sitzen sie nebeneinander, ihre langen buschigen Schwänze in sich verschlungen. Sumpfspringaffen beanspruchen kleine Territorien von wenigen Quadratkilometern und ernähren sich hauptsächlich von Früchten und Blättern.

Zucht zur Erhaltung

Der Zoo Basel engagiert sich seit 2012 für das "Proyecto Mono Tocon" zur Erhaltung und Erforschung von Springaffen in Peru. Es hat zum Ziel, für wertvolle Gebiete einen offiziellen Schutzstatus zu erlangen. Die Artenvielfalt und die Dichte an Affenarten in den Gebieten werden erfasst und die Bewohner für den Schutz der Tiere sensibilisiert. Zudem ist "Proyecto Mono Tocon" sehr aktiv in der Umweltbildung, entwickelt didaktische Materialien für Schulen und arbeitet mit weiteren Umweltbildungsorganisationen zusammen.
Informationen

In nur 25 europäischen Zoos können Sumpfspringaffen bewundert werden. Mittlerweile leben insgesamt knapp 98 Tiere in diesen Zoos.

Die in Zoos eher seltenen Äffchen sind Teil eines Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Der Zoo Basel unterstützt ein Projekt zum Schutz und zur Erforschung von Springaffen in Peru.