Neuer Auftritt und neue Ideen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Fr, 29. September 2017

Kreis Lörrach

Das Bündnis Generationenfreundlicher Landkreis Lörrach hat sich weiterentwickelt.

LÖRRACH. Vor zwölf Jahren waren familienfreundliche Angebote von Arbeitgebern etwas Besonderes. Heute wird das oft als selbstverständlich vorausgesetzt. Den Veränderungen in der Gesellschaft entsprechend sich das 2005 gegründete Bündnis "Generationenfreundlicher Landkreis" weiterentwickelt. Das zeigt sich äußerlich am neuen Logo, vor allem aber inhaltlich mit neuen Angeboten.

Die Bündnispartner, Arbeitgeber aus dem Landkreis, unterstützen Mitarbeitende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen mit flexibler Arbeitszeitregelung, Teilzeitbeschäftigungsmodellen, Belegplätzen in überbetrieblichen Kindertagesstätten, betriebsinternen Kinderbetreuungsplätzen, Lebensarbeitszeitmodellen oder der Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen.

2005 von der Wirtschaftsregion Südwest und Firmen aus dem Landkreis gegründet als Bündnis von Unternehmen für Unternehmen wurde es zu einem Markenbegriff, stellt die Schirmherrin, Landrätin Marion Dammann, fest. Es versteht sich als Impulsgeber für familienfreundliche Maßnahmen von Betrieben. Seitdem hat sich gesellschaftlich viel verändert, weshalb das Bündnis seine Zielsetzung hinterfragt und den Familienbegriff nun weiter gefasst hat. "Wir haben uns gefragt, welche neuen Anforderungen es gibt;, der neue Auftritt soll sichtbar machen, dass ein neuer Wind durch das Bündnis weht", sagt Dammann. Es soll auch eine Plattform sein, wo sich Personalverantwortliche informieren können, was anderswo getan wird. Familienfreundlichkeit ist ein Wirtschaftsfaktor, und man will Unternehmen unterstützen, sich mit diesem Zukunftsthema zu befassen, betont die Landrätin.

Die neu aufgestellte Internetseite soll vor allem darüber informieren, welche Angebote es hier im Landkreis gibt, sagt Netzwerkmanagerin Laura Gerber-Wieland. Die Neuausrichtung zeigt sich auch einer Veranstaltung am 23. November, bei der es um das Spannungsfeld von Familienfreundlichkeit und digitalisierter Arbeitswelt geht, kündigt Laura Bertold von der Wirtschaftsregion Südwest an. Im Frühjahr 2018 wird erstmals der "Personalexpertenkreis" tagen, für den man sich mit der IHK zusammengetan hat. Auch hier sind Digitalisierung, Familienfreundlichkeit sowie Führung allgemein Themen.

Gerade für die Kreiskliniken, wo 75 Prozent der Beschäftigten Frauen sind, ist vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels Familienfreundlichkeit ein bedeutendes Thema, stellt Aenne Hildemann-Groß fest. Auch Badenova bemüht sich, für Mitarbeitende ein passendes Umfeld zu schaffen, sagt Ralph Uth. Ninja Wildemann und Dorothea Trochim von Jobcenter und Arbeitsagentur nennen Familienfreundlichkeit einen Wettbewerbsfaktor. Wie sehr sich die Situation seit 2005 verändert hat, hat auch André Marker von der Sparkasse beobachtet, weshalb auch dort die Angebote weiterentwickelt wurden. Ohne diese Angebote sei es noch schwieriger, Mitarbeiter zu finden und zu halten, sagt Beate Pfriender-Muck vom St. Josefshaus. Die Pharmafirma GP in Grenzach kooperiert vor Ort mit anderen Firmen, etwa mit Kita und Ferienbetreuung, berichtet Andrea Frampton. "Bewerber sagen uns: Wegen des Geldes werden wir schon einig, aber was habt ihr sonst noch zu bieten", stellt Christian Schulz vom Energiedienst fest. So ist auch das Landratsamt selbst schon früh in Angebote für Familien eingestiegen, um das Personal halten zu können, sagt Martin Sander.

Termin: "Vereinbarkeit in einer Arbeitswelt 4.0": Donnerstag, 23. November, 16 Uhr, Sparkassenforum Lörrach.

Mehr Infos im Internet unter http://www.familien-plus.de