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27. März 2010
Nur 15 Prozent haben einen Organspenderausweis
IKK und Kaltenbachstiftung informierten zum Thema Organspende / Keine Angst vor illegalem Handel.
LÖRRACH (tm). Baden-Württemberg ist Schlusslicht unter den Bundesländern was die Zahl der Organspenden angeht. Auch Deutschland insgesamt hinkt im internationalen Vergleich hinterher. Grund genug, für die Krankenkasse IKK, in Zusammenarbeit mit der Kaltenbach-Stiftung über das Thema zu informieren.
Etwa 15 Prozent der Deutschen tragen einen Organspender-Ausweis bei sich. Die Zahl der Organspenden stagniert, obwohl eine Spende dem Empfänger praktisch ein neues Leben schenkt, wie Gabriele Ebner von der IKK feststellt. Im Rahmen der Informationsreihe "6 Wochen hautnah" hat sich die Krankenkasse deswegen für dieses Thema entschieden, zumal 2010 auch das Jahr der Organspende ist. Gabriele Ebner und Joachim Sproß, Geschäftsführer der Kaltenbach-Stiftung, meinen, dass mangelnde Information Unsicherheit auslöst. "Hirngespinste" wie Organhandel kursieren in den Köpfen, meint Ebner und betont: "Diese Ängste muss man ausräumen." Stephan Arwinski, Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hebt die klare gesetzliche Regelung hervor, die in Deutschland gilt. Die Spende, die Vermittlung und die Transplantation von Organen sind organisatorisch vollkommen getrennt. Die Feststellung des Todes eines Patienten, die Voraussetzung für die Organentnahme ist, folgt genauen medizinischen Kriterien. Der Handel mit Organen ist verboten, und die gespendeten Organe werden nach festen, nachvollziehbaren Kriterien verteilt.
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"Es gibt kein Verfahren, Organe künstlich herzustellen", sagt Hannes Neeff, Chirurg an der Universitätsklinik Freiburg. Deshalb ist man auf Spenderorgane angewiesen. Wessen Nieren nicht mehr funktionieren, dem kann zwar mit der Dialyse zunächst geholfen werden. Doch diese muss dreimal pro Woche gemacht werden und schränkt somit nicht nur das Berufs- und Alltagsleben stark ein, sie belastet auch das Herz-Kreislauf-System und verkürzt die Lebenszeit. "Von den 12 000 Patienten, die auf eine Niere warten, kommt jeden Tag für fast drei die Hilfe zu spät", berichtet Neeff.
Auch berühmte Sportler setzen sich für die Organspende ein, und so beteiligte sich Markus Baur, Mannschaftskapitän der deutschen Handball-Weltmeistermannschaft 2007, an der Veranstaltung. Gerade Sportler hätten ein besonderes Verhältnis und Verantwortung für ihren Körper, und sie würden laufend untersucht und durchleuchtet, begründete Baur das Engagement.
Mit auf dem Podium saß auch Wolfgang Dietz, Oberbürgermeister in Weil am Rhein, der sich nicht als Politiker, sondern als Mensch für das Thema interessiert, zumal er sich in seinem Jura-Studium intensiv mit der Frage des Todeszeitpunkts beschäftigt habe.
Autor: tm
