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25. März 2014

"Salz in der Suppe" macht Lust auf Wirtschaft

Wirtschaftsjunioren am Hochrhein feiern 60-jähriges Bestehen.

  1. Chris Kiefer, Präsident der Wirtschaftsjunioren am Hochrhein Foto: Mink

LÖRRACH. Ganz so jung sind sie nicht mehr, die Wirtschaftsjunioren am Hochrhein. Jedenfalls wurde die regionale Interessenvertretung der jungen Wirtschaft gerade 60 Jahre alt. Das feierten rund 100 Mitglieder mit einem Festakt im Alten Wasserwerk in Lörrach.

Zwölf junge Männer haben 1954 die Wirtschaftsjunioren in Schopfheim gegründet, woraus sich in den Folgejahren der Verband am Hochrhein entwickelte, stellte Kurt Grieshaber fest. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee lobte die Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und sozialen Fragen und den Umstand, dass die Wirtschaftsjunioren auch die IHK verjüngt haben, worauf er selbst Wert gelegt hat. Vier ehemalige Vorstände der Wirtschaftsjunioren sind derzeit im Präsidium der IHK, berichtete Grieshaber. Um Selbstbewusstsein, Toleranz und Teamfähigkeit zu entwickeln und auszubauen sei das Engagement bei den Wirtschaftsjunioren sehr hilfreich, und wer sich hier engagiert, qualifiziere sich auch für weitere Aufgaben. Er hob auch das europaweite Engagement und die Pflege von Kontakten über Landesgrenzen hinweg hervor. Und schließlich sei es schon längst nicht mehr so, dass die Wirtschaftsjunioren ein reiner Herrenclub sind. Frauen sind hier recht gut vertreten, und von 2006 bis 2012 hatten die Wirtschaftsjunioren weibliche Präsidentinnen.

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60 Jahre sei eine beachtliche Tradition, stellte die Lörracher Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm fest. Sie bezeichnete die Wirtschaftsjunioren als "das Salz in der Suppe der IHK", da es den jungen Führungskräften auch darum gehe, festgefahrene Strukturen aufzubrechen. "Sie wollen Lust machen auf Wirtschaft und deutlich machen, dass Unternehmertum sehr früh beginnen kann", sagte sie. Sie hob auch die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt und das gemeinsame Engagement gegen den Fachkräftemangel hervor. Auch der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster (CDU) lobte die Wirtschaftsjunioren und stellte fest: "Der Blick auf die Wirtschaft allein reicht nicht." Zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Belangen müsse die Balance stimmen. In den vergangenen Jahre habe die Politik in Deutschland eine Disbalance zugunsten der Wirtschaft gezeigt, was für die damaligen Probleme richtig war. "Aber irgendwann müssen sie wieder für Gerechtigkeit sorgen, und jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir wieder soziale Akzente setzen müssen", sagte Schuster. Der moderne Unternehmer sei sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, und er müsse auch Kontakte hinaus in die Welt knüpfen.

An Stelle des durch Krankheit verhinderten einzigen noch lebenden Gründungsmitglieds der Wirtschaftsjunioren, Walter Kolb, berichtete der zweite Präsident Hans-Jürgen Baltensperger aus den Anfängen der Vereinigung. Eine Ausstellung in Basel habe man damals organisiert und Brunnen in der Sahelzone gegraben. Überhaupt habe man Grenzen überschritten, Europa und die Welt bereist. Nach einer Durststrecke wurden die Wirtschaftsjunioren wiederbelebt, und die Mitgliederzahl ist allein in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen. Derzeit engagieren sich die Wirtschaftsjunioren unter anderem mit einem Bewerbungstraining an Werkrealschulen. Der amtierende Präsident Chris Kiefer verspricht sich größere Resonanz von den geplanten Betriebsbesichtigungen bei McDonalds und Rothaus-Brauerei.

Autor: Thomas Loisl Mink