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15. Januar 2011
Vielen Schäfern steht das Wasser bis zum Hals
Die Marktpreise für Schaffleisch decken mittlerweile kaum noch die Schlachtkosten / 6289 Schafe gibt es im Landkreis Lörrach.
EICHSEL (pmü). Es gibt immer weniger Schafe auf unseren Weiden, die Schafzucht ist mit hohem Aufwand verbunden. Für diejenigen, die von der Schafzucht leben, wird die Situation immer schwieriger. Kleine Schafzuchtbetriebe machen dicht und die großen Betriebe stocken ab. Sie halten nur noch so viele Schafe, wie sie für die Flächenpflege benötigen. Wenn die Schafe weniger werden hat das für die Landschaftspflege prekäre Folgen.
Geballte Informationen zur Schafzucht gab es in der Schafhalterversammlung des Landesschafzuchtverbandes welche in Ober-Eichsel stattfand. Johann-Georg Wenzler, Zuchtleiter des Landesschafzuchtverbandes, weiß, dass vielen Schäfern das "Wasser bis zum Hals steht" und die Regierung wenig zum Überleben der Schäfer beiträgt. Aus eigener Erfahrung als Schafzüchter und Vizevorsitzender des Landesschafzuchtverbandes berichtete Hubertus Both aus Singen. Sein Wunsch: "Die Schafzüchter müssen eine angemessene Bezahlung erhalten. Im Moment verdienen sie kein Geld und die Kosten laufen ihnen davon". Auch seien die Pachtpreise ein Problem geworden und die Marktpreise für das Schaffleisch seien derzeit so, dass die Schlachtkosten höher sind. Momentan gibt es für das Kilo Lammfleisch lebend bis 2,50 Euro, der Durchschnittspreis bei geschlachteten Tieren und sehr gutem Fleisch liegt bei 1,80 Euro. Bei der Wolle werden pro Kilo 50 bis 80 Cent bezahlt, was nicht einmal die Schurkosten decke. "Wolle ist heute eher eine Belastung und rentiert für die Kleinbetriebe überhaupt nicht", sagt Both. "Wir müssen gemeinsam etwas unternehmen, uns politisch artikulieren, uns stärker organisieren und fortbilden". Peter Lickert vom Landratsamt Lörrach berichtete davon, dass der Schafbestand im Kreis derzeit 6 289 Tiere mit 54 Haltern aus kleinen und großen Betrieben zählt. Regelmäßig werden die Betriebe geprüft. Sein Appell an die Schafzüchter: "Bitte Kontrollieren sie ihre Flächen bevor die Kontrolleure kommen, nehmen sie Fiona in Anspruch, das ist unsere Zukunft". Fiona ist Flächeninformation und Online-Antrag in einem. Über Krankheiten und Behandlungspläne informierte Dieter Spengler, Leiter des Schafherdengesundheitsdienstes. So gab es im zurückliegenden Jahr 123 gemeldete Q-Fieber-Fälle im Land. Bei der Scrapie-Krankheit gab es in Deutschland zehn Fälle, hier hält Spengler eine Genotypisierung für wichtig. Er schätzt die Easy-Care-Schafzucht, wie sie in England und Australien praktiziert wird. Als Grundsatz gelte dabei: weniger Eingriffe durch den Menschen, was aber nicht "keine Pflege" bedeutet. "Bei der Easy-Care-Schafzucht sollte sich jeder überlegen, wie er seine Arbeit mit den Schafen leichter und effektiver gestaltet."
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Autor: pmü
