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13. September 2017 18:00 Uhr

Wahl lokal

Wie stehen die Kandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim zum Bau weiterer Moscheen?

Wir haben die Kandidaten gefragt: Ist es Zeit, den Islam institutionell auf eine Stufe zu stellen mit anderen Religionen und ihn aus Hinterzimmer-Moscheen herauszuholen?

  1. Was sagen die Kandidaten zum Bau weiterer Moscheen im Landkreis Lörrach – wie hier in Lahr? Foto: Mark Alexander

  2. Armin Schuster Foto: Barbara Ruda

  3. Jonas Hoffmann Foto: Barbara Ruda

  4. Gerhard Zickenheiner Foto: Barbara Ruda

  5. Christoph Hoffmann Foto: pr

  6. David Trunz Foto: Barbara Ruda

  7. Wolfgang Fuhl Foto: Barbara Ruda

Armin Schuster, CDU

"Die Religionsfreiheit ist aus meiner Sicht ein zentrales Menschenrecht. Es gilt für alle Menschen, unabhängig von ihrer Glaubensrichtung. Wer für Religionsfreiheit eintritt, der muss auch dafür sein, dass die Muslime ihre Moscheen in Deutschland bauen können, wie die Christen aber auch in der Türkei ihre Kirchen errichten dürfen. Die Ausbildung der Geistlichen und die Predigten in Moscheen in Deutschland sollten auf Deutsch erfolgen wie auch die Finanzmittel aus Deutschland kommen sollten. Leider gibt es trotz regelmäßiger Konsultationen noch keinen übergeordneten Ansprechpartner, mit dem der deutsche Staat solche Vereinbarungen treffen könnte."

Jonas Hoffmann, SPD

"Die Religionsfreiheit ist einer der wichtigsten Werte in unserem Land. Sie schützt den islamischen Glauben genauso wie den christlichen oder den anderer Religionen. Ein friedliches und respektvolles Zusammenleben braucht Wissen, Verstehen und direkten Kontakt. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass heute an Schulen ein gemeinsamer Religionsunterricht stattfindet, in dem katholisches und protestantisches Christentum, Islam, sowie andere Religionen und Ethik gelehrt wird. Die Freiheit und Würde eines Menschen steht über der Religionsfreiheit. Deshalb muss das Ausleben von Religion aber immer in den Grenzen des Grundgesetzes passieren."

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Gerhard Zickenheiner, Grüne

Gleich behandeln"Die Freiheit, eine oder auch keine Religion auszuüben, ist ein Grundrecht. Der in Grundgesetz, Europäischer Menschenrechtskonvention und Allgemeiner Erklärung der Menschenrechte verankerte Gleichbehandlungs-grundsatz verbietet jede Unterscheidung zwischen "guten" und "schlechten" Religionen. Aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz folgt, dass Muslimen hierzulande das Recht zusteht, Gebetshäuser zu bauen und zu betreiben. Dahinter stehe ich. Die Umsetzung dieses Rechts sollten wir auch auf angemessene Weise ermöglichen. Selbstverständlich erwarten wir auch, dass Staaten mit überwiegend nicht-christlicher Religionszugehörigkeit Kirchen für Christen zulassen."

Christoph Hoffmann, FDP

"Es ist sicher eine gute Idee, Imame an deutschen Universitäten auszubilden und damit Sprache und Denken in den Moscheen zu verändern. Bisher kommen die Imame oft aus der Türkei, oft aus entlegenen Gebieten, werden von der Türkei bezahlt und können ein Hindernis für die Integration sein. An der Schule sollte es eher das Fach Ethik geben für alle, bei der die Weltreligionen behandelt werden. Wenn der Bedarf an weiteren Moscheen besteht, kann man sich dem nicht verschließen. Auch hier gilt die Religionsfreiheit im Grundgesetz."

David Trunz, Die Linke

Kein Geld vom Staat"Der Islam ist eine Weltregion und als solche genießt er das Privileg der Religionsfreiheit, wie sie bereits im Grundgesetz festgelegt ist. Deshalb ist er institutionell verankert und steht auf einer Stufe mit allen anderen Religionen. Allerdings halte ich es für grundgesetzwidrig den Landeskirchen staatliche Zuwendungen, aufgrund des noch unter Hitler geschlossenem Konkordatsvertrags, zukommen zu lassen. Deswegen bin ich für eine allgemeine Abschaffung von staatlicher Unterstützung für religiöse Institutionen."

Wolfgang Fuhl, AfD

"Nein, im Moment sehe ich keine Notwendigkeit, den Islam in Deutschland aufzuwerten. Der Islam ist sowohl Religion als auch Weltanschauung und verträgt sich nicht mit unserem Grundgesetz und unserer Rechtsordnung sowie unserer Kultur, siehe dazu auch die Entwicklungen in der Türkei, Ägypten, Iran und so weiter. Es gibt zudem genügend christliche Gemeinschaften, die sich in Hinterzimmern seit Jahren versammeln, ohne dass die Presse dies zum Thema macht und die sich institutionell auf eine Stufe mit den großen Kirchen stellen wollen. Verfassungsfeindlichen Vereinen, die nach Artikel 9 Absatz 2 Grundgesetz zu verbieten sind, ist der Bau und Betrieb von Moscheen zu untersagen."



Mehr zum Thema:
  • Alle Fragebögen der Kandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim sowie alle bislang erschienenen Teile dieser Serie finden Sie unter mehr.bz/kandidaten17

Autor: bz