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13. Januar 2012
"Wir gehen bei allen an die Schmerzpunkte"
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster informierte sich über die Lage bei der Kliniken GmbH des Landkreises Lörrach.
LÖRRACH. Krankenhäuser sind keine Kostentreiber und Betrüger, sondern Jobmotoren: Mit dieser Aussage fasste Geschäftsführer Armin Müller die Erwartungen der Kliniken GmbH des Landkreises, an die Politik zusammen. Adressat war der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster, der sich am Donnerstagnachmittag vor Ort ein Bild von der Situation der GmbH mit Häusern in Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim machte.
Deren Entwicklung sei durchaus erfreulich, berichtete Müller. Bei gleichem Personal und kürzerer Verweildauer – 2011 waren es durchschnittlich 6,5 Tage – konnte die Zahl der Patienten von 2008 bis 2011 um rund 2000 gesteigert werden. Für Müller ein Beleg dafür, dass die "Leistung besser ist als manchmal dargestellt wird". Im Vergleich mit 29 anderen Kliniken im Verbund weise Lörrach die höchste Steigerungsrate auf und stehe auch bei Investitionen aus Eigenmitteln gut da.
Problematisch bleibe die Finanzierung, obwohl die Fallpauschalen für Müller der richtige Weg sind. Das Budget steige nur um 1,48 Prozent und damit viel weniger als die Gehälter. Schon ein Lohnplus von einem Prozent macht 500 000 Euro aus, die nicht weitergegeben werden können – mit der Folge, dass die Arbeitsbelastung für Ärzte und Pflegepersonal weiter steigt. Das merkt auch der Patient. Dieser spüre Druck und Hektik, berichteten Katharina Merkofer und Michael Griesch vom Betriebsrat.
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Dass ausgerechnet die Krankenkassen, die bei Einführung der Fallpauschalen 2004 darauf gedrängt hätten, dass Patienten nicht zu früh entlassen werden, jetzt Krankenhäuser des Betrugs bezichtigten, weil sie Patienten nicht früher nach Hause schicken, ist für Müller unerhört.
Schuster bezeichnete die Kliniken GmbH als eines der drei Flaggschiffe im Gesundheitswesen seines Wahlkreises – neben dem Herzzentrum in Bad Krozingen und dem Lörracher St. Elisabethen-Krankenhaus. Denn die GmbH habe die gezielte Verringerung der Krankenhäuser, wie sie sich die Bundespolitik 1998 vorgenommen hat, im Lörracher Weg optimal aufgenommen und verarbeitet. Das Dilemma im Gesundheitswesen umschrieb der CDU-Abgeordnete so: "Für den Preis eines Hotels Garni wird eine Versorgungsqualität mit drei bis vier Sternen erwartet." Zugleich versicherte er, dass die Politik bei allen an die Schmerzpunkte gehe – ob Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken oder Pharmaindustrie. Schuster geht davon aus, dass die Schweiz ihre Vorzüge verliert, wenn auch dort Fallpauschalen eingeführt sind. Darauf setzt auch Müller, denn dann würden die enormen Kostenunterschiede augenfällig.
Autor: Daniel Gramespacher
