Donum Vitae – ein fester Bestandteil der Gesellschaft

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Di, 05. Oktober 2010

Kreis Waldshut

Der Verein zur Schwangerschaftskonfliktberatung am Hochrhein feiert in St. Blasien sein zehnjähriges Bestehen.

ST. BLASIEN. Mit einem gut zweistündigen Festakt feierte der Verein Donum Vitae Hochrhein im Festsaal des Kollegs St. Blasien jüngst sein zehnjähriges Bestehen. Eine stattliche Anzahl von Gästen konnte die Vorsitzende Verena Zeiher dazu begrüßen: Mitglieder, Freunde und Interessierte, die zum Teil weite Wege auf sich genommen hatten, um zu diesem Jubiläum zu gratulieren.

Zeiher begrüßte als "Mutter und Vater des Regionalverbandes" Margarete Basler und Elmar Senn, die bis heute als Vorstandsmitglieder amtieren, und dankte namentlich allen Geburtshelfern und prägenden Gestalten aus den Anfängen von Donum Vitae im Landkreis Waldshut. Sie erinnerte an das Leitmotiv "Weil uns das Leben wertvoll ist" von Donum Vitae und nannte kurz die Hauptaufgabengebiete: Hilfe und Beratung in Schwangerschaftskonflikten, Präventionsarbeit sowie als jüngste Herausforderung die Beratung im Zusammenhang mit der Pränataldiagnostik. Dass die Arbeit von Donum Vitae meist im Verborgenen stattfinde, verstand sie dabei durchaus als Qualitätszeichen.

Die Gründung von Donum Vitae geschah, so die Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch in ihrem Grußwort, sozusagen "aus dem Nichts heraus". Sie war die "ungehorsame" Antwort kirchlich orientierter Laien auf den von Rom verordneten Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerschaftsberatung. Die Gründung des Bundesverbandes erfolgte im Spätsommer 1999, und schon bald darauf kam es zur Gründung des Landesverbandes und nahezu gleichzeitig zu derjenigen im Landkreis Waldshut. Gehorsam, so Waschbüsch, rangiere in der Werteordnung der Kirche weit hinter Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, doch keiner solle davor zurückschrecken, aufmüpfig zu sein im Sinne fachlicher Beratung in Notsituationen.

Reinhard Hoferer, Sozialdezernent des Landkreises, erklärte denn auch, Donum Vitae sei heute überall in der Gesellschaft angekommen. Hoferer bekundete seinen Stolz darauf, dass die Förderung dieser Beratungseinrichtung durch den Landkreis frühzeitig mit großer Mehrheit beschlossen worden sei und prognostizierte, dass diese auch in Zukunft unangetastet bleiben werde. Pater Johannes Siebner, Direktor des Kollegs St. Blasien, schließlich bedankte sich für die Ehre, Gastgeber der Jubiläumsfeier von Donum Vitae sein und damit Donum Vitae symbolisch in der Mitte der Kirche begrüßen zu dürfen.

Bezeichnenderweise hatte Donum Vitae Hochrhein als Festredner einen Ordensbruder gewinnen können. Der Kapuzinermönch Paulus Terwitte beklagte in seiner außerordentlich publikumswirksamen Rede das heutzutage gängige Fehlurteil, das postuliere, dass der Mensch aus sich heraus ist, was er ist. Dagegen machte er deutlich, dass das Leben von Anfang an ein Geschenk sei, aber auch, dass mit diesem Geschenk eine Herausforderung verbunden sei, eine Verpflichtung, die es anzunehmen gelte. Mit markigen Sätzen wie "das Leben stört immer" und "Geschenke müssen als solche entziffert werden, viele aber sind darin Analphabeten", regte er zum Schmunzeln und zugleich zum Nachdenken an. Und er forderte Donum Vitae dazu auf, auch weiterhin dazu beizutragen, dass diese "Störung Leben" zum Nachdenken Anlass gibt, damit sie als Glücksfall erkannt werden kann.

Wie hilfreich die Arbeit von Donum Vitae ist, machten drei Beispiele der Situation von ungewollt Schwangeren deutlich: das nicht zur Nachahmung zu empfehlende, das Nina Hagen in ihrem Buch beschreibt, sowie zwei aus der Praxis von Christina Huttner und Justina Störk, der beiden Beraterinnen des Regionalverbandes Hochrhein.

Umrahmt wurde die Feier von der lebensbejahenden Musik des Ehepaars Weiger, und am Ausgang wurde an die Gäste ein irischer Segensspruch verteilt.