Ein Team hilft Müttern in spe

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 10. November 2012

Kreis Waldshut

Schwangere und junge Eltern werden im Kreis Waldshut nicht allein gelassen / Es gibt Unterstützung vor und nach Geburt.

WALDSHUT-TIENGEN (uma). Kugelrund, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, zeigt sich die Schwangere auf dem Titel der Infobroschüre der Schwangerschaftsberatungsstellen im Kreis Waldshut. Die Fragezeichen, die sie umgeben, sollen sich nach der Lektüre in Ausrufungszeichen verwandeln, denn es gibt detaillierte, aktualisierte Informationen zu allen Belangen vor und nach der Geburt.

Seit zehn Jahren gibt es den Runden Tisch Schwangerenberatung im Landkreis Waldshut. Vertreter und Vertreterinnen des Caritasverbands Hochrhein, des Diakonischen Werks im Kreis Waldshut und der Verein Donum Vitae Hochrhein treffen sich regelmäßig, um sich über Bedürfnisse und Angebote auszutauschen. Mit am Tisch sitzen Hebammen. Neuestes Projekt ist ein Einlegeblatt für den Mutterpass, das Kontaktdaten der Schwangerschaftsberatungsstellen des Landkreises Waldshut sowie des Hebammenverbandes enthält.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Geburten im Landkreis Waldshut kontinuierlich abgenommen. Im Jahr 2010 wurden 1272 Geburten registriert, zehn Jahre davor waren es noch 1636. 1000 Fälle pro Jahr bearbeiten die Beratungsstellen, die Hebammen nicht eingerechnet. "Manchmal genügt ein Gespräch, manchmal kommen die Frauen bis zu 20-mal vorbei." Sie kommen aus allen sozialen Schichten, auch viele Schwangere mit ausländischem Pass finden den Weg in die Beratungsstellen.

"Es ist uns sehr wichtig, so viele Schwangere wie möglich zu erreichen und sie über Beratungsmöglichkeiten zu informieren", sagt Petra Scherble vom Diakonischen Werk. Denn Informationen, etwa über sozialrechtliche und familienfördernde Leistungen, gibt es für Schwangere nicht automatisch, sondern nur auf Anfrage. "Viele informieren sich im Internet, bevor sie zu uns kommen, aber eine individuelle Beratung ist am besten vor Ort gegeben", sagen die Mitarbeiterinnen. Man könne sich auch anonym beraten lassen; selbstverständlich gelte eine strikte Schweigepflicht. Die Beratung sei zudem kostenlos. Im Gegensatz zu den anderen Stellen gebe es beim Caritasverband aber keine Konfliktberatung, ergänzt Ute Böhler.

Die Stellen beraten, begleiten und unterstützen in der Schwangerschaft und bis zu drei Jahren nach der Geburt. Die Mitarbeiterinnen vermitteln finanzielle Hilfen, unterstützen bei Anträgen und beraten zu den Themen Familienplanung, Partnerschaft und Elternschaft. Zudem werden Kontakte zu Fachdiensten und Einrichtungen vermittelt. Gunnar Dierks vom Diakonischen Werk gehört ebenfalls zum Beraterkreis. Er berät Eltern, die ein behindertes, chronisch krankes oder in der Entwicklung verzögertes Kind haben oder erwarten.

In aktualisierter Auflage ist der Wegweiser "Schwanger – und nun?" erhältlich. Er soll eine Ergänzung zur persönlichen Beratung sein und enthält Informationen, was im Verlauf einer Schwangerschaft, vor und nach der Geburt bedacht, organisiert und beantragt werden kann oder soll. Dazu kommt ein Adressenverzeichnis.