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09. Juli 2014

Gürakar: Kommunikation mit Verschleppungstaktik

SPD-Landtagsabgeordneter rügt Akw Leibstadt für Panne.

KREIS WALDSHUT (BZ). Das Atomkraftwerk Leibstadt hatte am Montag mit der Meldung für Wirbel gesorgt, dass beim Anbringen von Handfeuerlöschern Löcher in die stählerne Schutzhülle des Reaktors gebohrt wurden. Der Landtagsabgeordnete Hidir Gürakar (SPD), der in der Stuttgarter SPD-Fraktion zuständig für Fragen rund um die Reaktorsicherheit ist, zeigt sich entsetzt ob der Leichtsinnigkeit der Maßnahmen und der Verschleppungstaktik bei der Kommunikation dieses Vorfalles. "Die Nutzung von Kernenergie gleicht einem Spiel mit dem Feuer. Die Gaus und Unfälle in den vergangenen Jahren in der Kernenergiebranche haben zu Recht ein Misstrauen gegenüber der Nutzung der Kernenergie innerhalb der Bevölkerung geführt", so Gürakar in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Das leichtsinnige Anbringen der Feuerlöscher und die zögerliche Nennung des Unfallzeitpunktes über zwei Wochen nach den Geschehnissen baue nicht gerade Vertrauen innerhalb der Bevölkerung gegenüber den Betreibern und der Kerntechnik per se auf, so der Abgeordnete, dessen Hochrheinwahlkreis in unmittelbarer Nähe zum Akw Leibstadt liegt.

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Der Vorfall wurde durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) mit der Stufe 1 ("Störung") von 7 ("Katastrophaler Unfall") möglichen bewertet. Forderungen von der Umweltorganisation Greenpeace, wonach der Reaktor für die Zeit der Reparaturen abgeschaltet werden sollte, treffen bei Hidir Gürakar auf fruchtbaren Boden.

"Wir sprechen bei der Beschädigung der Hülle von einer leichtsinnig herbeigeführten Beschädigung des elementaren Schutzes gegen die entstehende Strahlung. Für mich ist das Nicht-Abschalten der Anlage für die Zeit des Schadens bis zur abschließenden Reparatur absolut nicht nachvollziehbar", so Gürakar in dem Schreiben weiter.

Verhalten des Betreibers nicht nachvollziehbar

Das ENSI selbst habe durch die Einstufung auf eine Störung des normalen Betriebsablaufes hingewiesen. "Welches Motiv steckt hinter der Aufrechterhaltung des Betriebes?", fragt sich Hidir Gürakar und schließt gleich eine mögliche Antwort aus. "Sicherlich nicht eine ernsthafte Behebung des Zweifels am sicheren Betreiben des Kernkraftwerks Leibstadt".

Landrat Tilman Bollacher hatte sich bereits am Montag in einem Schreiben an die Eidgenössische Nuklearaufsicht gewandt. Ihn ärgert ebenso wie Hidir Gürakar, dass aus der Meldung aus Leibstadt nicht hervorgeht, wann genau der Unfall passiert ist.

Autor: bz