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18. Februar 2010
Jetzt steht der Sammelservice der Vereine im Fokus
Die im Kreis Waldshut gültige Ausfallprämie für Altpapier sammelnde Vereine soll fallen / Landrat: Neue Ideen entwickeln.
WALDSHUT-TIENGEN (rog). Der Altpapier-Kompensationsfonds für Vereine soll abgeschafft werden. Nicht zur Diskussion stehen allerdings die 50 Euro Vergütung, die jeder sammelnde Verein pro Tonne Altpapier ungeachtet des Marktpreises erhält.
Ausgesprochen hat sich der Bau- und Umweltausschuss des Waldshuter Kreistags für die Abschaffung dieser Kompensationszahlungen an die Papier sammelnden Vereine (wir berichteten). Die endgültige Entscheidung liegt beim Kreistag, der sich bei seiner Sitzung am 10. März mit dem Thema befassen wird.
Der Kreistag beschloss im Jahr 2008 die Ausfallprämie, nachdem die auf den Erlös von Altpapier angewiesenen Vereine Konkurrenz durch die Blaue Tonne erhalten hatten. Im Jahr 2009 sank das Sammelergebnis der Vereine erneut. Nach Angaben des Landratsamts lieferten die Vereine 3569 Tonnen an, das waren 386 weniger als im Jahr davor.
Dennoch sprach sich der Bau- und Umweltausschuss in jener nichtöffentlichen Sitzung dafür aus, dass künftig und auch bereits für das zurückliegende Jahr keine Ausfallprämie mehr zu zahlen ist. Der Hintergrund dafür sind unter anderem die niedrigen Martktpreise für Altpa- pier.
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Landrat Tilman Bollacher erklärte vor der Presse, dass die Ausfallprämie vorsorglich für ein Jahr beschlossen worden sei. Mittlerweile aber habe sich gezeigt, dass es bei den Sammelmengen keine gravierenden Einbrüche gegeben habe. Bollacher: "Auch ohne Kompensationszahlungen ist die Finanzierungsquelle der Vereine nicht gefährdet." Die Sammelmengen seien dort stabil geblieben, "wo Vereine weiterhin aktive Öffentlichkeitsarbeit betrieben und attraktive Angebote für die Papiersammlung anboten." Der Appell von Landrat Tilman Bollacher: Die Clubs sollten prüfen, wie ihr Service "ausgeweitet werden kann, um die Vereinssammlungen für die Bürgerinnen und Bürger noch attraktiver zu gestalten."
Solche Gedanken muss sich jetzt beispielsweise der Sportausschuss Tiengen mit den angeschlossenen Vereinen machen. Dort gab es dafür, dass die gesammelte Altpapiermenge im Jahr 2008 von 226 auf 208 Tonnen zurückging, noch eine Kompensationszahlung von 900 Euro. Wird die Ausfallprämie wie vorgesehen gestrichen, könnte der Sportausschuss laut Vorsitzendem Edwin Schlatter für 2009 und 2010 Sammeldefizite noch aus Rücklagen ausgleichen. Doch dann müsse eine Lösung gefunden werden. "Wir müssen mit den Vereinen diskutieren", erklärt Edwin Schlatter. Denkbar sei, die Sammlungen durch einen verbesserten Service attraktiver zu machen. Beispiel: "Wir könnten alten Menschen anbieten, das Papier direkt aus dem Keller abzuholen."
ALTPAPIERSAMMLUNG
Blaue Tonne: Von November 2007 an bot das private Entsorgungsunternehmen Remondis im Kreis Waldshut zur kostenlosen Benutzung blaue Altpapiertonnen an. Der Landkreis reagierte auf die Konkurrenz und stellte von April 2008 an eigene Blaue Tonnen auf. Im Januar 2009 zog sich Remondis zurück. Der Landkreis übernahm die Behälter des privaten Entsorgers. Dafür zahlte die Abfallverwertungsgesellschaft Waldshut (Beteiligung des Landkreises: 50 Prozent) laut Landratsamt rund 164 000 Euro.
Kompensationszahlung: Vereine, deren Sammelmenge an Altpapier von 2007 auf 2008 zurückgegangen war, erhielten vom Landkreis einen finanziellen Ausgleich. Pro Tonne, die weniger gesammelt wurde, gab es 50 Euro, entsprechend der üblichen Vergütung für Altpapier.
Entsorgungskosten: Der Marktpreis je Tonne Altpapier (Mischpapier) liegt gegenwärtig bei etwa 40 Euro. Der Entsorgungsaufwand für eine Tonne beträgt laut Landratsamt rund 63 Euro (ohne Umsatzsteuer). Die Leerung einer 240-Liter-Tonne kostet netto etwa 1,20 Euro.
Autor: rog
Autor: bz


