Schnelle Hilfe im Wasser

Maximilian Halter

Von Maximilian Halter

Do, 06. September 2018

Kreis Waldshut

Die Feuerwehr hat entlang des Hochrheins mehrere Boote stationiert.

KREIS WALDSHUT. Im Landkreis Waldshut gibt es insgesamt fünf Boote der Feuerwehr, die an unterschiedlichen Orten stationiert sind. Vier davon wurden erst vergangenenes Jahr für 293 000 Euro für die Standorte Waldshut-Tiengen, Albbruck, Hohentengen und Laufenburg angeschafft. In Bad Säckingen steht das Feuerwehrboot bereits seit 2016 bereit. Feierlich geweiht wurde es gemeinsam mit vier Fahrzeugen in diesem Sommer. Die Boote ersetzen die Vorgänger aus dem Jahr 1976 und sind stärker motorisiert.

Bootstypen je nach Einsatzort
In Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen und Laufenburg stehen Mehrzweckboote, in Albbruck und Hohentengen Rettungsboote. Die Mehrzweckboote sind größer als die Rettungsboote und können neben dem Retten von Menschen auch für Ölsperren oder Löscheinsätze genutzt werden. In Albbruck und Hohentengen nutzt man wegen den örtlichen Gegebenheiten die kleineren Rettungsboote. Da es in Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen und Laufenburg Fahrgastschiffe gibt, setzt man an diesen Standorten wegen eines möglichen Schiffbrand-Szenarios die größeren Mehrzweckboote ein.

Da die unpassierbaren Wasserkraftwerke den Hochrhein in Abschnitte unterteilen, wurden die Feuerwehrboote an verschiedene Standorte verteilt. Das Boot in Bad Säckingen liegt nicht im Wasser und kann mobil auf beiden Seiten des Kraftwerks Säckingen eingesetzt werden. Das Mehrzweckboot in Laufenburg liegt in der Nähe des Kraftwerks Laufenburg in einem Bootshaus im Wasser und kommt vor allem zwischen dem Kraftwerk Albbruck und dem Kraftwerk Laufenburg zum Einsatz. Durch eine Schleuse kann das Boot – ohne aus dem Wasser zu müssen – unterhalb des Kraftwerks Laufenburg eingesetzt werden. Der Haupteinsatzort für das Rettungsboot in Albbruck ist das Gebiet unterhalb des Kraftwerks Albbruck-Dogern.

Das Boot wird mit einem Kran ins Wasser gelassen und kann auch oberhalb des Kraftwerks eingesetzt werden. Das Mehrzweckboot in Waldshut-Tiengen hat oberhalb des Kraftwerks Albbruck-Dogern seinen Einsatzbereich, der nach oben hin durch den Ettikoner Lauffen begrenzt wird, da dieser mit den Feuerwehrbooten nicht zu durchfahren ist. Durch den "Ettikoner Lauffen kann kein Boot fahren, es sei denn, es hat so wenig Tiefgang und die Geschwindigkeit eines Jet-Boots", erklärt Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger. Auch könne man in dem Bereich auch nicht anhalten oder arbeiten, da die Strömung einen auf die flachen Stellen drücke, und man so festgefahren sei.

Das Rettungsboot in Hohentengen steht an Land und kann flexibel auf beiden Seiten des Reckinger Kraftwerks eingesetzt werden. So war das in Hohentengen stationierte Rettungsboot beispielsweise auch bei der Suche nach dem 83 Jahre alten Mann, der bei Küssaberg im Rhein ertrank, im Einsatz.

Vielfältiger Einsatzzweck
Neben der Unterstützung bei der Menschenrettung im Gewässer werden die Boote bei der Ölschadensbekämpfung, dem Brand eines Schiffs, Fahrzeugen im Wasser oder der Bergung von Tierkadavern eingesetzt. "Die meisten Einsätze auf dem Wasser decken sich also mit denen an Land", erklärt Kreisbrandmeister Rotzinger. Um fit für mögliche Einsätze zu sein, übt die Feuerwehr auf dem Rhein regelmäßig Manöver wie Anfahren und mit hoher Geschwindigkeit schnell anhalten.
"Das sieht manchmal ein bisschen bekloppt aus", gibt Stadtkommandant Peter Wolf zu, "doch es ist notwendig." Nur so können die Feuerwehrmänner auch im Notfall richtig mit dem Boot agieren und umgehen.

Gefahren im Strom
Vom Schwimmen im natürlichen Gewässer raten Kreisbrandmeister Rotzinger und der Stadtkommandant der Waldshut-Tiengener Feuerwehr, Peter Wolf, ab. Besonders der Ettikoner Lauffen und die Aare-Einmündung sind aus Sicht der beiden Feuerwehrmänner gefährlich. "Bei der Aare-Einmündung kommt es zu Strömungen, die immer wieder unterschätzt werden", erklärt Stadtkommandant Wolf. Der Lauffen sei gleich doppelt gefährlich, da es dort noch echte Stromschnellen gibt und die Rettung aufgrund der flachen Stellen schwierig sei, so Rotzinger und Wolf.