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21. Mai 2011
Für mehr Miteinander
Der Kreis will die Inklusion Behinderter mit einem Teilhabeplan verbessern und forcieren.
LÖRRACH. Menschen mit Behinderung sollen im Sinn der Inklusion möglichst uneingeschränkt am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können. Doch welche Hilfen sind in den nächsten Jahren nötig, damit jeder einzelne passgenaue Unterstützung erhalten kann? Um dies festzustellen hat der Landkreis einen so genannten Teilhabeplan aufgestellt, damit die notwendigen Angebote zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft rechtzeitig und im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen.
Diesen Plan stellten die Verantwortlichen nun der Öffentlichkeit vor und feierten ihn auch gleich gemeinsam mit allen Beteiligten. Denn der Bedarf an Hilfsangeboten wurde nicht allein an Schreibtischen des Fachbereiches Soziales festgestellt, sondern unter breiter Beteiligung der von der Planung betroffenen Menschen, Organisationen und Interessenverbänden analysiert. Nachdem im Jahr 2005 die Landeswohlfahrtsverbände aufgelöst und die Leistungen für behinderte Menschen auf den Landkreis als Sozialhilfeträger übertragen wurden, muss der Kreis auch für die Planungsstruktur sorgen. Dafür ist der Teilhabeplan die Grundlage.Werbung
Zurzeit erhalten 1027 Menschen mit Behinderung Eingliederungshilfe im Rahmen des Sozialgesetzes. Sie sollen möglichst wohnortnah die Hilfen erhalten, die sie benötigen. Dabei haben ambulante Angebote stets Vorrang, nicht zuletzt auch, weil diese kostengünstiger sind als stationäre Angebote. Im Teilhabeplan ist der Bedarf in den Bereichen vorschulische und schulische Förderung, Freizeit, Bildung und Kultur, Wohnen und Pflege, Arbeit und Tagesstruktur, Verkehr, Umwelt und technische Hilfen für die nächsten zehn Jahre festgestellt. Doch der Plan ist keineswegs statisch, wie Landrat Walter Schneider betonte. Er wird als Prozess verstanden und soll kontinuierlich fortgeschrieben werden. Die Erstellung des Planes sei eine Herausforderung gewesen, die "als konzertierte Aktion" gemeinsam mit den Beteiligten bewältigt wurde.
"Besonders wichtig war es herauszufinden, was die Menschen mit Behinderung selbst möchten", sagte Waltraud Hermann, Sachgebietsleiterin Behindertenhilfe. Deshalb seien sie von Beginn an mit einbezogen worden. Für die nächsten Jahre wurde nach aktuellem Stand ein zusätzlicher Bedarf von rund 160 stationären Plätzen, 130 Plätzen im ambulanten betreuten Wohnen und 100 Arbeitsplätze in Werkstätten festgestellt. So lauten einige Ergebnisse des Teilhabeplans. Das Erfolgsmodell "Wohnschule" soll ausgeweitet werden. Bei der Präsentation des Teilhabeplanes dieser Tage im Landratsamt gaben Menschen mit Behinderung eine Kostprobe dessen, was Teilhabe auch bedeutet: Dort traten sangen Mitglieder von Leben & Wohnen verschiedene Stücke und die Integrative Band der Take Your Teacher Home-Musikschule auf.
Autor: Britta Wieschenkämper
