Gehwegstreit

Kreisrat Schalajda wirft Bürgermeisterin Meier "Scheinheiligkeit" vor

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Fr, 18. Januar 2019 um 10:17 Uhr

Rümmingen

Aufgrund des miserablen Zustands des Bürgersteigs an der Lörracher Straße in Rümmingen wirft Kreisrat Peter Schalajda Bürgermeisterin Daniela Meier "Scheinheiligkeit" vor – diese wehrt sich.

Der grüne Kreisrat Peter Schalajda kritisiert den Zustand des Gehwegs an der Lörracher Straße in Rümmingen. Er wirft der Rümminger Bürgermeisterin Daniela Meier "Scheinheiligkeit" vor, weil diese in ihrer Rede beim Neujahrsempfang die geplante Rümminger Ortsumfahrung auch als Entlastung für Fußgänger und Radfahrer charakterisiert hatte. Wenn ihr das Wohl der Fußgänger und Radfahrer am Herzen liege, dann hätte Meier längst etwas für diese tun können, findet Schalajda. Daniela Meier widerspricht – und dreht den Spieß um: Gerade die Ortsumfahrung könne breitere Wege ermöglichen.

Vor Ort an der Lörracher Straße in Rümmingen zeigt Peter Schlajada, der selbst in Hasel lebt, was ihn ärgert: "Hier kommt kein Kinderwagen durch", sagt er. Auch für Radfahrer biete dieser keine Ausweichmöglichkeit, etwa wenn diese die Straße überqueren wollten. Tatsächlich ist der Gehweg, wenn man diesen als solchen bezeichnen will, auf der einen Seite ziemlich schmal und über weite Strecken nicht geteert, teilweise liegen dort auch große Ziersteine. Zum Hintergrund: Als einzige Fraktion im Kreistag lehnen die Grünen die Ortsumfahrung ab. Sie kritisieren das Projekt als viel zu teuer und nicht nachhaltig. Besser solle man den öffentlichen Nahverkehr, Fußgänger und Radfahrer fördern. Dass die Rümminger Ortsumfahrung dazu einen Beitrag leiste, bezweifelt Schalajda.

Meier: Ortsumfahrung kann das Problem lösen

Bürgermeisterin Daniela Meier reagiert gelassen auf die Kritik: "Herr Schalajda spricht mir aus der Seele", sagt sie. Auch sie hätte an der Lörracher Straße gerne mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, und sie habe dies auch schon bei Verkehrsschauen und im Kreistag thematisiert. Den Gehweg zu verbreitern, sei aber nicht so einfach. Sie kontert: Gerade die Ortsumfahrung könnte aber eine Lösung für das Problem schaffen. Meier sagt, dass die Lörracher Straße eine Kreisstraße sei und als solche nicht verkleinert werden könne.

Darin sieht sie die einzige Möglichkeit, mehr Platz für den Gehweg zu schaffen. Ein solcher müsse mindestens anderthalb Meter, besser zweieinhalb Meter breit sein. Und auf der anderen Seite könne dieser nicht durchgängig verbreitert werden, weil große Teile der von Schalajda bemängelten Strecke auf Privatgrundstücken liege. Dort, wo die Gemeinde Eigentümer sei, sei der Gehweg geteert, auch einige der Privateigentümer hätten dies gemacht. Aber das wollten eben nicht alle. Meier sagt, dass ihr Vorgänger bereits diesbezüglich Gespräche geführt habe. Und teilweise lasse die Bebauung auch gar keine Erweiterung abseits der Straße zu.

Die Situation sei jedoch eine andere, wenn die Ortsumfahrung käme. Dann nämlich, so Meier, würde die Lörracher Straße in den Besitz der Gemeinde gelangen. Weil für Gemeindestraßen andere Richtlinien als für Kreisstraßen gälten, sei es möglich, so Meier, die Straße dann zugunsten der Fußgänger und Radfahrer zu verkleinern.