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24. November 2016

Krippen waren in 300 Kisten verstaut

Auch in diesem Jahr große Weihnachtskrippenausstellung in Unterharmersbach / 300 Exponate können besichtigt werden.

  1. Eine Szene aus der Tripi-Krippe, die die Weihnachtsgeschichte von Mariä Verkündigung bis zur Darstellung des Herrn im Tempel zeigt. Foto: Hans-Peter Wagner

ZELL-UNTERHARMERSBACH. Nicht erst wieder 2017 und damit im gewohnten Zweijahresrhythmus, sondern bereits 2016 findet im Fürstenberger Hof wieder eine große Krippenausstellung statt. Für diese Ausstellung hat der angeblich weltweit bedeutendste Krippensammler, der im Sommer verstorbene Paul Chaland aus Toulouse, nach 2015 erneut sein Schatzkästlein geöffnet, um seine kostbaren Perlen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2017 wird die Ortsdurchfahrt von Unterharmersbach komplett erneuert. "Dadurch ist mit Sperrungen und Verkehrsbehinderungen zu rechnen", teilte Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner mit. Starke Behinderungen entstünden erst recht, wenn dem normalen Turnus gefolgt würde und die nächste große Krippenausstellung im kommenden Jahr stattfände. Stadt und Förderverein Fürstenberger Hof als Veranstalter haben sich deshalb entschlossen, aus dem Rhythmus auszubrechen und bereits 2016 wieder zu einer Ausstellung einzuladen.

Wenn Wagner, inzwischen ein wahrer Krippenexperte, an die neue Ausstellung denkt, gerät er ins Schwärmen: Die Krippen stammen diesmal erneut mehrheitlich von Paul Chaland aus Toulouse, dem bis zuletzt "weltweit größten und bedeutendsten Sammler". Glanzstück unter den rund 300 Exponaten sei ein von der sizilianischen Künstlerin Angela Tripi angefertigtes Stück, 25 Quadratmeter groß.

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Für Paul Chaland, der seine 20 000 Krippen in den vergangenen Jahren auf der ganzen Welt ausgestellt habe, sei diese Ausstellung zugleich sein Vermächtnis: Über Monate hinweg hat er die Ausstellung für den Fürstenberger Hof zusammengestellt. Doch kaum war sie fertig gestellt, sei er im Juli mit 87 Jahren überraschend gestorben. Auch Hans-Peter Wagner, durch die gemeinsame Leidenschaft für die Krippenkunst mit Chaland befreundet, hat an der Trauerfeier teilgenommen. Sein letzter Dank galt dabei einem Mann, der bereits für die Ausstellung im vergangenen Jahr 300 Krippen ausgewählt hatte. Der 1929 geborene Franzose war Herausgeber des Magazins "Paris Match" und Gründer der Frauenillustrierten "Marie Claire". Nach dem Eintritt in den Ruhestand 1977 begann seine Krippenleidenschaft. Seine Krippen wurden auf Wunsch des damaligen Staatspräsidenten Chirac an Weihnachten stets vor dem Pariser Rathaus aufgestellt.

Auch diesmal transportierte wieder ein 40-Tonner die 300 Krippen, die Chaland in der ganzen Welt gesammelt hatte, über 800 Kilometer hinweg in die Ortenau. Beim Fürstenberger Hof entluden Mitarbeiter des Betriebshofes der Stadt und Mitglieder des Museumsteams mit einem Stapler und viel Muskelkraft die wertvolle Fracht. Schwerstarbeit war es, die in 13 Einzelteile zerlegte fünf mal fünf Meter große Tripi-Krippe, Glanzstück der Ausstellung, auf die obere Tenne des Hofes zu hieven. Die Pariser Künstler Carole Fouraud, Myriam Escorne und Pierre Huguet, die Chalands Lebenswerk seit Jahrzehnten begleiten, haben seinen letzten Wunsch erfüllt und die Krippen aufgebaut. Neben diesen werden erneut auch wieder Exponate heimischer Künstler gezeigt. Im Mittelpunkt steht der von Karl-Erich Schätzle nachgebaute Fürstenberger Hof. Die Schwarzwaldkrippe von Erwin Burger wird die Besucher im Eingangsbereich zur Ausstellung hinführen.

Im mittleren Stock ist nach Jahren wieder mal jene Krippe zu sehen, die ein Vorfahre der örtlichen Bäckerei Welle 1888 gebaut hat. Für viele Familien aus dem Harmersbachtal zählte es einst zum festen Weihnachtsprogramm, dieses Wunderwerk der Technik anzuschauen.

Das Ausstellungsteam mit Elisabeth Antes, Maria Ketterer, Ruth Oberpichler, Marie-Luise Stauber, Lioba Schmider, Luitgart Siegesmund, Rita Stehle und Margarete Thoma war zuletzt auch damit beschäftigt, den prächtigen Fürstenberger Hof innen und außen in ein Weihnachtswunderland zu verwandeln.

Ausstellung: Eröffnung Samstag, 26. November, 17.30 Uhr. Sie ist bis 15. Januar eröffnet. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 13 bis 17 Uhr; Sonn- und Feiertage (auch Heiligabend, Weihnachten, Silvester und Neujahr) von 11 bis 17 Uhr. Gruppenführungen auch zu anderen Zeiten möglich. Weitere Infos unter http://www.fuerstenberger-hof-museum.de

Autor: Hubert Röderer