KRITIK IN KÜRZE

Udo Andris

Von Udo Andris

Mo, 24. September 2018

Rock & Pop

Kid Be Kid und Beatdenker beim Jazzfestival Freiburg

Eine spannende und gefeierte Premiere. Im Rahmen des Jazzfestivals Freiburg stellte sich "Klangformator" erstmals dem Publikum: Eine Konzertreihe, die einmal pro Monat am Mittwochabend im Foyer des E-Werks die "Werk Jam" ablöst. Auswärtige Musikerinnen, Musiker und Bands werden geladen, um ihre Kunst vorzustellen und mit wechselnden Musikerinnen/Musikern der Freiburger Szene Begegnungen mit Lust auf Interaktion und Improvisation zu gestalten. Zum Auftakt kamen Kid Be Kid (Berlin) und Beatdenker (Dresden) mit jeweils einer Solo-Performance. Die Vokalistin, Pianistin und Komponistin Kid Be Kid vereint ihren an Balladen und am Neo Soul orientierten Gesang nicht nur mit einem romantisierenden, filigranen Klavierspiel, sondern nutzt außerdem einen kleinen Synthesizer als Gestaltungsmittel. Durch "Beatboxing" ersetzt die Künstlerin die Drums: Mit Mund- und Rachenraum, durch Knack- und Zischlaute imitiert die Berlinerin in perfektem Timing die Beats eines Drum-Computers. Danach dringt Gitarrist Beatdenker (Joachim Wespel) noch tiefer ein ins Wunderland der Elektronik, orchestriert mittels Synthesizer, Loopstation, Pedalen, live eingespielten Drum-Samples sein Solo-Set. Riffs, melodische Linien der Gitarre werden gespeichert, übereinandergelegt, und kollaborieren dann mit (Gitarren-)Improvisationen und kunterbunten synthetischen Geräuschen. Hochenergetisch! Zum Finale finden die Gäste mit den Freiburgern Konrad Wiemann (Drums) und Jan F. Kurth (Gesang) zur Quartettbesetzung. Auch hier sind Sound- und Perspektivenwechsel Trumpf. Wiemann überzeugt mit stilistisch vielseitigem Drumming, Kurth mit varientenreichen, auch mal elektronisch verfremdeten Vocals. Ein gelungener Einstand des "Klangformators".