KRITIK IN KÜRZE

Reiner Kobe

Von Reiner Kobe

Mi, 20. September 2017

Rock & Pop

Lajos Toth Trio beim Jazzfestival Freiburg

Sein breites Ausdrucksspektrum war es, das ihn 2016 zum Sieger des Freiburger Jazzhaus Klavierwettbewerbs machte. Am Montag kehrte Lajos Toth nach Freiburg zurück, um beim Jazzfestival erneut seine Klasse zu beweisen. Der Ungar tat dies überzeugend mit seinem seit drei Jahren bestehenden Trio. Glänzend eingespielt bewies es Swing bis in die Fingerspitzen. Mit einem spannungsgeladenen Mix aus Originalen und Bebop-Standards hatte es das Publikum im ausverkauften "Schützen" schnell auf seiner Seite. Ob von der heimatlichen Donau inspiriert oder vom Charme der Schwarzwaldstadt, deren Eindrücke er in Töne packte: Toth ist ein ideenreicher Pianist, der sowohl über repetitive Muster als auch über dunkle Klangströme verfügt, die er romantisch zu verschönern versteht. Ebenso bewandert ist der Pianist im Bebop, wenn er dem melodisch eingängigen "Lady Bird" seinen Stempel aufdrückt oder die auf- und absteigenden Melodiebögen von "Donna Lee" geschickt mit Improvisationen speist. Bemerkbar machen sich die Begleiter, die ihre Rolle, wenn auch beiläufig, solistisch ausfüllen. Miha Koren ist von steter Präsenz am Bass mit starkem Ton, Schlagzeuger Balasz Balogh bricht aus seiner präzisen Beckenarbeit immer wieder aus und setzt Akzente. In der Zugabe verschmilzt dieses Trio zur unverbrüchlichen Einheit. Der Dreivierteltakt des schnellen Walzers "My Favorite Things" wird mit intensiven improvisierten Zwischenteilen ordentlich durcheinander geschüttelt. Das begeisterte Publikum ist mit Beifall dabei.