KRITIK IN KÜRZE

Joachim Schneider

Von Joachim Schneider

Sa, 17. November 2018

Rock & Pop

King Champion Sounds im Slow Club Freiburg

Auf der kleinen Bühne im Freiburger Slow Club drängen sich acht Leute, darunter ein Free-Jazz-Saxophonist in weitem T-Shirt und lockeren Hosen, das langhaarige 60s-Model im Mini und schwarzem Pulli am Mini-Keyboard, in der zweiten Reihe beugt sich ein Gitarrist mit Vorhang-Haaren über seine Effektgeräte, davor deklamiert ein Alt-Punk mal politische, mal surreale Phrasen ins leider spärliche Publikum. Die einen halb so alt wie die anderen. So ungefähr. Nur so ungefähr lässt sich auch King Champion Sounds’ Musik beschreiben. Die Männer und Frauen aus Holland und England verdichten Collagen zu Puzzles, zitieren Free Jazz und Stolper-Funk, garnieren vertrackte Rhythmen mit 60s-Pop-Psychedelik und Filmmusik, schweben auf Krautrock-Raketen durch die Musikgeschichte, die mal stachligen, mal weichen Schraffuren von Bandleader und Gitarrist Ajay Saggar tun ihr Übriges. Dann lichtet sich wieder der Nebel und alles ist so klar wie die Bläsersätze, doch es scheint nur so. Eine gute Stunde machte das Oktett seinem Namen alle Ehre, unglaublich was in diesem Reich alles zusammen passt.