KRITIK IN KÜRZE

Mirko Rechnitzer

Von Mirko Rechnitzer

Do, 19. Juli 2018

Klassik

Freiburg: Konzert mit dem Jungen Kammerorchester

Passend zum Ergebnis der Fußball-WM habe man Stücke französischer Komponisten in den Mittelpunkt des Sommerkonzerts gestellt – mit dieser gewitzten Bemerkung wurde das Publikum im gut besuchten Saal im Haus zur lieben Hand vom Jungen Kammerorchester Freiburg begrüßt. Doch auch über weite Globusstrecken führte die musikalische Reise. In seiner Havanaise für Violine und Orchester ließ sich Camille Saint-Saëns vom Rhythmus dieses afrokubanischen Tanzes (spanisch "Habañera") inspirieren. Aus entgegengesetzter Richtung brillierte Yu-Chin Huang aus Taiwan, zurzeit Masterstudentin in Freiburg, als Soloviolinistin. Aus Teheran wiederum stammt Babák Mahmudián, jener Komponist, dem wir das uraufgeführte "Intermezzo" verdanken. Ein delikates Werk mit einer Tonsprache, die von Alter Musik getränkt, aber dennoch charakteristisch geprägt ist. Einleitend erklang die erste Sinfonie von Etienne-Nicolas Méhul. Auch hier zeigte das Orchester unter Leitung von Clément Nonciaux eine gute Erarbeitung der diversen Schattierungen und Phrasen. Selbst die gerade hier bemerkbaren Schwebungen wurden dadurch mehr als aufgewogen. Am Ende des Abends waren die Beteiligten, zumindest, was den Applaus betrifft, Weltmeister der Herzen.