Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Juli 2011 17:28 Uhr

Genusswandern in Südbaden

Krunkelbachhütte: Die Franzosen brannten die Hütte mal ab

Unweit des Herzogenhorns ist die auf 1294 Metern gelegene Krunkelbachhütte eine der höchst gelegenen Vesperstuben des Schwarzwalds.

  1. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  2. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  3. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  4. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  5. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  6. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  7. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  8. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  9. Genusswandern in Südbaden: Krunkelbachhütte Bernau Foto: André Hönig

  10. Karte: Krunkelbachhütte Bernau Foto: bz

Malerisch ist die Aussicht vom Scheibenfelsen. Gerade hat man von Bernau-Dorf her den kurzen Aufstieg bewältigt. Nun breitet sich ein Plateau auf 1052 Meter Höhe aus. Verschnaufen und den Reiz der Landschaft genießen ist jetzt ein Muss. Das Auge schweift über bewaldete Berghänge hinüber zu den Alpen, die an klaren Tagen ihre ganze majestätische Pracht entfalten. Zwischen den Hängen erstreckt sich ein idyllisches Tal mit urigen Häusern im alten Schwarzwaldstil. Perfekt fügen sich alles zusammen zu einer landschaftlichen Harmonie – ein Panorama wie gemalt.

Irgendwie kein Wunder. Der Ort, der sich dem Wanderer zu Füßen legt, ist Bernau, Geburtsort des Malers Hans Thoma. Seinen Namen trägt auch der Weg, den man gerade erklimmt.

Ein Höhepunkt ist dieser Moment – auf dem Gipfel ist der Ausflug aber noch nicht. Eigentliches Ziel ist die Krunkelbachhütte. Mit 1294 Metern eine der höchst gelegenen Vesperstuben des Schwarzwalds, unweit des Herzogenhorns. Es geht noch etwa zwei Kilometer vorwärts und 240 Meter hinauf. Als Belohnung lockt eine weitere prächtige Aussicht auf die Schwarzwaldgipfel.

Werbung


Spätestens jetzt steht einem der Sinn auch nach leiblichem Genuss. Und da ist man hier gut aufgehoben. Fast schon Kultstatus genießt der Krunkelbacheintopf mit Bockwurst (7,50 Euro). Und auch der Heidelbeerwein hat seine Fans. Ansonsten bietet die Karte alles, was das Herz eines Vesper-Liebhabers begehrt. Gulaschsuppe vom Bernauer Weiderind (6 Euro), Weißwürste (6 Euro), Vesperteller (6,50Euro) oder ein leckeres Schinkenbrett (11 Euro).

Fleisch und Wurst sind direkt aus Bernau, betont Hüttenwirt Werner Jünger. "Hier bei uns gibt es nichts aus Büchsen." Kuchen und Torten sind hausgemacht – als gelerntem Konditor fällt das dem gebürtigen Bernauer nicht schwer.

Als Wanderer einkehren hat hier Tradition.1931 errichtete an dieser Stelle die Gemeinde Bernau-Dorf eine Viehhütte mit Gastwirtschaft. Die Beiz war schon damals ganz nach dem Geschmack vieler Wanderer – bei den Franzosen jedoch fand sie wenig Wohlgefallen. Weil im Zweiten Weltkrieg deutschen Soldaten untergebracht waren, brannten sie im April 1945 die Hütte kurzerhand nieder.
1954 wurde sie wieder aufgebaut, und seitdem genießt sie einen Ruf, der weithin ausstrahlt – nicht zuletzt weil auch immer wieder neue Impulse gesetzt werden. Jörg Kachelmann errichtete hier 2002 eine Wetterstation.

Vor allem aber lässt sich Werner Jünger immer wieder Neues einfallen. Seit 1993 betreibt er mit seiner Familie und mehreren Angestellten die Hütte. Betrieb herrscht fast das ganze Jahr. Im Sommer sind es Wanderer, die hier die Beine ausstrecken und dabei einen ganz besonderen Service genießen können: Entspannen unter freiem Himmel bei einem Bad im Holzzuber. Das kommt auch im Winter nach einer Schneeschuhwanderung gut an oder nach einer Schlittentour. Rodelabfahrt de luxe mit 400 Metern Höhenunterschied auf 3,5 Kilometer Länge bietet Jünger seinen Gästen, mit dem Pistenbully geht" danach wieder hoch zur Hütte. Hier kann man auch übernachten. Alternativ bietet Werner Jünger auch Zimmer im Gasthaus Hofeck direkt unterhalb des Skiliftes in Bernau-Hof an, das er ebenfalls betreibt.

Krunkelbachhütte, Kontakt: Werner Jünger, Krunkelbachweg 10, 79872 Bernau, 07675 338 (Hütte)
http://www.krunkelbach.de

Öffnungszeiten: ganzjährig, täglich 9 bis 19 Uhr (kein Ruhetag)

Anfahrt: auf der B 317 südlich von Todtnau Richtung St. Blasien abbiegen und bis Bernau-Dorf fahren. Dort gibt es auch eine Bushaltstelle, von der aus man umgehend auf der Wanderroute ist.

Wichtig: Die Straße ist generell für den motorisierten Individualverkehr gesperrt an allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen vom 1. Juli bis zum 1. November sowie an allen Tagen bei Schneelage in den Wintermonaten.

Die Tour:

Länge: Etwa 3,5 Kilometer
Höhenmeter: 376 m

Unsere Wanderung beginnt in Bernau-Dorf. Mehrere Routen führen von hier aus zur Hütte, wir nehmen den Hans-Thoma-Weg, der in Schleifen zunächst einen Kilometer kräftig bergauf auf den Scheibenfelsen führt. Auf dem Scheibenfelsen flacht der Weg ab, bis der Weg wieder den Wald erreicht. Ab hier geht es nochmals kräftig bergan. Alternativ kann aber auch in Bernau-Dorf auch den für Autos freigegebenen, asphaltieren Weg nehmen. Dieser ist weniger steil und bietet sich gerade für Familien mit Kleinkindern an. Beide Wege sind von Bernau her gut ausgeschildert (blaue Raute). Von der Hütte aus führen weitere Wege zum Herzogenhorn und zum Feldberg.

Mehr zum Thema:

Autor: André Hönig