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11. August 2012

Künstlern in der Werkstatt begegnen

Erste "Nacht des offenen Ateliers" in Lörrach / Rund 25 Künstler auf vier Kilometer Fußweg erreichbar / "Einfach hineingehen".

  1. Reiner Packeiser und Christoph Geisel (rechts) mit dem Logo der „Nacht der offenen Ateliers“, das symbolhaft ein Fenster zeigt. Foto: Willi Adam

LÖRRACH. Bei einer "Nacht des offenen Ateliers" wollen rund 25 Künstler in Lörrach einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Die Gäste können bei dieser Aktion zehn einzelne Ateliers oder Künstlerhäuser ansteuern – und das alles auf einem maximal vier Kilometer langen Fußweg. Ziel ist es, der Bevölkerung Kunst mit Werkstattcharakter zu vermitteln und zu zeigen, dass es in Lörrach auch jenseits der "Stimmen" ein vielfältiges Kulturleben gibt.

25 Künstler, zehn Orte, vier Kilometer – allein diese technischen Daten der ersten "Nacht der offenen Ateliers" zeigen, wie dicht die Szene in und um die Lörracher Innenstadt ist. Christoph Geisel und Rainer Packeiser haben mit der Idee, für einen Abend die Werkstatträume für das Publikum zu öffnen, auf Anhieb zahlreiche Kollegen begeistert. "Ein toller Rücklauf", findet Geisel. Bedingung war, dass kein großer bürokratischer und finanzieller Aufwand betrieben werden soll und dass die Gäste ohne Fahrzeug bei Lust und Laune alle Ateliers an diesem einen Abend abklappern können. Es meldeten sich Künstler mit einzelnen Ateliers, aber auch ganze Atelierhäuser sind dabei. Sechs Künstler aus der Küpferstraße 18 machen mit, außerdem vier Künstler aus dem Atelierhaus neben der hinteren Villa Aichele und drei von der Riesstraße 8. Um das Spektrum zu erweitern, haben Atelierhäuser und auch Rainer Packeiser als Einzelkünstler für den Abend Gastkünstler in ihr Atelier aufgenommen. Mit vertreten ist auch die Galerie Novotny, wo Klaus Kipfmüller Gast sein wird.

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Die Künstler haben untereinander verabredet, an diesem Abend auch Kunstwerke zum Verkauf anzubieten, die weniger als 100 Euro kosten. Das Angebot soll so niederschwellig sein wie der ganze Abend. Nach den Vorstellungen der Initiatoren soll das Publikum einfach ungezwungen die Ateliers aufsuchen und dort mit den Künstlern ins Gespräch kommen.

"Wir machen sicher keine Party", sagt Christoph Geisel. Man wolle vielmehr das Publikum als Gäste empfangen, mit ihnen ins Gespräch kommen und ihnen einen Einblick in die Arbeitsatmosphäre bieten. "Wir bieten kein Museum, wir bieten Werkstattcharakter", sagt Geisel.

Aber vielleicht gerade deshalb schafft der Abend die Möglichkeit, Kunst aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Rainer Packeiser spricht sogar von einer "besonders intensiven Begegnung mit Kunst." Bei jeder Ausstellung oder gar im Museum werde ein kleiner Ausschnitt oder ein bestimmter Aspekt aus einem Werk gezeigt. Im Atelier lasse sich im Vergleich dazu aber viel mehr die Entwicklung eines Künstlers ablesen, findet Packeiser. Ganz allein schon deshalb, weil meist Arbeiten von einem längeren Zeitraum zu sehen sind. Und Christoph Geisel verweist auf den Arbeitsprozess, der dabei zusätzlich zum Werk sichtbar wird: "Man sieht die Dinge entstehen. Dabei kann man eine bessere Beziehung zum Kunstwerk und zum Künstler aufbauen." Zusätzlich versprechen sich die Initiatoren anregende Impulse aus der unterschiedlichen Bedeutung des Ateliers für Publikum und Künstler, meint Geisel. Für die einen sei es Alltagsort, für die anderen ein Neuland, das es hinter den Kunstwerken zu entdecken gebe.

Die Künstler haben verabredet, den Gästen an diesem Abend etwas Besonderes zu bieten. Vom Publikum wünschen sich Geisel und Packeiser, "dass sie sich einfach getrauen, in die Häuser hineinzugehen." Nur die Künstler müssen an diesem Abend ihre Neugier zügeln. Christoph Geisel: "Das einzig Traurige ist, dass wir selbst nicht herumgehen können."

Nacht des offenen Ateliers: 15. September von 17 bis 23 Uhr. Zehn Stationen rund um die Innenstadt. Freier Eintritt zu allen beteiligten Ateliers.

BETEILIGTE KÜNSTLER

Eloisa Florido, Cerstin Thiemann, Dina Rosas und Robby Walter (Riesstraße 8), Gabriele Menzer (Rainstraße 17), Ingeborg und Dietrich Gastel (Spitalstraße 3), Reiner Packeiser, Anja Dziezewska und Naoki Fuku (Teichstraße 61), Bruno Haas (Herrenstraße 3), Galerie Novotny mit Klaus Kipfmüller (Belchenstraße 16), Helmut Waldschmidt (Basler Straße 122), Albert Schöpflin, Gaby Roter, Beate Fahrnländer, Christoph Geisel und Leonie Brenner (Basler Straße 118), Marga Golz (Gutenbergstraße 4), Claudia Bitzer, Claudia Koerner, Paolo Pinna, Lolita Rudolf von Rohr, Arno Dietsche und Hanna Benndorf (Küpferstraße 8).  

Autor: dam

Autor: Willi Adam


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