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13. Juni 2012
KULTUR AGENDA: Kunstwerke und Zeitdokumente
BLICK ÜBER GRENZE
Vive la culture – auch links des Rheins. Jede Woche geben Ihnen Fachjournalisten der französischen Tegeszeitung Dernières Nouvelles d’Alsace hier ihre ganz persönlichen Veranstaltungstipps für das Elsass. Heute: Serge Hartmann
»Während die Feiern zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs näher rücken, beleuchtet das Centre Pompidou in Metz in einer Ausstellung mit der beeindruckenden Fülle von 1500 Kunstwerken und Zeitdokumenten das Kriegsjahr 1917. Im kathedralartigen Hauptsaal konfrontieren die Ausstellungsmacher das verführerische Mädchenbildnis Egon Schieles mit dem dunkel-dramatischen Porträt Théophile-Alexandre Steinlens eines wie durch eine Mondlandschaft irrenden Soldaten. 1917 war nicht das Kriegsjahr mit den meisten Toten. Es dient jedoch als Rahmen für eine weitgespannte künstlerische Suche: danach, wie die Kriegsmaschinerie Künstler und ihre Kunst vereinnahmt hat. Natürlich geht es auch um die Darstellung des Kriegs, doch der Fokus richtet sich auf die Kraft der Kunst, Wege zu eröffnen, um der Wucht des Grauens zu entkommen. Und wie könnte man in diesem Kontext auch Dada unbeachtet lassen, jene Strömung, die ab 1916 vom Zürcher Cabaret Voltaire aus die Bühne der Kunst betreten hat! Mit einem Blick auf die Oktoberrevolution und die russische Avantgarde ist der Bogen der Schau sehr weit gespannt. So gehört zum Panorama auch Pablo Picassos Bühnenvorhang, den der Jahrhundertkünstler für Diaghilevs Russisches Ballett nach der Musik von Eric Satie geschaffen hat. Ein Beweis, wie die Künstler im Kriegsgewitter neue Horizonte aufzuzeigen vermochten, jenseits von Schlachtfeldern und Schützengräben.
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Formen, Genres, Menschen und sogar Zirkus vermischt das Straßburger Festival Melting Pot. Schwerpunkt ist jetzt Finnland.
»Straßburg, Internat. Musikfestival, Palais de la Musique et des Congrès, bis 22. Juni; Info: Tel. 0033/388324310. http://www.festival-strasbourg.com
http://www.lesmigrateurs.org
Autor: bz





