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Ralf Strittmatter

Von Ralf Strittmatter

So, 14. Januar 2018

Kultur

Der Sonntag Der vierte Grand Salon in Bad Säckingen zeigt klassische und experimentelle Bilder und Skulpturen.

Beim vierten Grand Salon in Bad Säckingen stellen 70 internationale Künstler Gemälde und Skulpturen im Kulturhaus Villa Berberich aus. Bis 18. Februar ist die Sammelausstellung mit 99 Exponaten geöffnet. Besucher können beim Publikumspreis für ihr liebstes Kunstwerk abstimmen.

"Der Grand Salon will Künstler und handwerklich hochwertige Arbeiten in die Region bringen, die am Hochrhein noch weitestgehend unbekannt sind", sagt Frank von Düsterlho, der die Ausstellung in der Villa Berberich organisiert und zusammen mit der Kuratorin und Malerin Elena Romanzin aus Wehr ins Leben gerufen hat. Seit gestern ist der mittlerweile vierte Grand Salon eröffnet.

Den sieben Ausstellungsräumen in der Villa Berberich sind von Alltagsszenen der Genremalerei über surrealistisch, symbolistisch und abstrakte Bilder bis hin zur Porträt- und Landschaftsmalerei unterschiedliche Themen zugeordnet. In allen Räumen außer dem Foyer sind zudem Bildhauerarbeiten ausgestellt. Im Eingangsbereich gibt es dafür eine Bibliothek mit Infos zur Ausstellung und zu einzelnen Künstlern.

Insgesamt präsentieren 70 Künstler aus neun Nationen – neben Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern auch aus Frankreich, Italien oder Kroatien – und 17 Künstler aus der Region in Bad Säckingen ihre 99 Arbeiten (81 Gemälde und 18 Skulpturen). Den Besucher erwartet mit Acryl- oder Ölgemälden, Aquarellen, Pastellen und Kohlezeichnungen auf unterschiedlichstem Material wie Leinwand und Holz, aber auch Tuch oder Tapete eine große Vielfalt.

Stefania Pinsone aus Stein in der Schweiz experimentiert für ihre Bilder mit fluoreszierender Farbe auf Acrylglas. Daran fasziniere die Malerin vor allem, dass so der Anschein eines Bildschirms entsteht. Der Bremer Hyperrealist Gerd Lieder befasst sich mit der durch verschiedene Medien wie Wasser, Folie oder Glas gespiegelten Welt. Seine Bilder zeigen entsprechend verzerrte Realitäten: Schaufensterpuppen hinter gespiegelten Hochhäusern oder gespiegelte Palmen in Auto-Chromlack. Lieders Bild in der Villa Berberich zeigt eine metallene Büste, in der gespiegelte Szenen nur noch schemenhaft als Licht- und Farbreflexe zu erahnen sind. Auch die beim Grand Salon gezeigten Skulpturen sind mit geschnitzten Holzarbeiten, gegossenen Bronzefiguren, Skulpturen aus Marmor und sogar Buntstiften sehr abwechslungsreich.

Die Idee des Grand Salon geht auf den französischen Salon de Paris zurück, der, von Sonnenkönig Ludwig XIV. gegründet, Künstlern seit 1667 als Plattform für ihre Werke diente. Im 19. Jahrhundert galt die Ausstellung als Mittelpunkt des französischen Kulturbetriebs. Es ist zwar nicht Paris, aber auch am Hochrhein will der Grand Salon einem hohen Anspruch gerecht werden: "Mittlerweile haben wir eine schöne Strahlkraft", sagt von Düsterlho. Vergangenes Jahr hätten 1800 Kunstfreunde die Ausstellung besucht.

Als Rahmenprogramm gibt es dieses Jahr zwei Kuratorenführungen mit Elena Romanzin und zwei Konzerte – am 20. Januar treten Liedermacher Anselm König und Saxofonist Beat Riggenbach mit dem Programm "Traumwelten" auf, am 4. Februar spielt Sängerin Christine Schmid auf dem Akkordeon mit dem Gitarristen Gaetano Siino "Chanson goes Gypsy". Die kommenden drei Wochen können Besucher der Ausstellung beim Publikumspreis für ihren Favoriten abstimmen. Der von der Stadt Bad Säckingen gestiftete Preis ist mit 500 Euro für den ersten, 300 Euro für den zweiten und 200 Euro für den dritten Platz dotiert. Bürgermeister Alexander Guhl übergibt den drei Gewinnern ihre Preise zum Abschluss der Ausstellung auf der Finissage.
Grand Salon, Villa Berberich, Parkstraße 1, Bad Säckingen. Öffnungszeiten mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Am 20. Januar und 17. Februar finden ab 15 Uhr Kuratorenführungen statt. Finissage mit Preisverleihung des Publikumspreises, 18. Februar, 15 Uhr. Eintritt für Schüler 1 Euro, für Erwachsene 2 Euro.