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26. September 2009
Qual der Wahl
Meisterwerke von Dürer sind längst nicht alles, was Basels Museen zu bieten haben
Der Erfolg der Van-Gogh-Ausstellung, die rund eine halbe Million Menschen ins Basler Kunstmuseum zog, bleibt in diesem Jahr sicher einzigartig. Doch gleich nach Ende dieser Schau schließen sich im Herbst schon die nächsten Höhepunkte für Kunstinteressierte an: mit Meisterzeichnungen aus dem Kupferstichkabinett, Skulpturen aus Abfall von Robert Rauschenberg und versteinerten Tieren. In "Verdingkinder reden" erzählen Betroffene, wie es für sie war, ohne die eigenen Eltern wie Leibeigene bei Fremden aufzuwachsen.
"Dürer bis Gober. 1001 Meisterzeichnungen aus dem Kupferstichkabinett" heißt etwas umständlich die nächste Sonderausstellung im Kunstmuseum (3. Oktober bis 17. Januar). Mit 60 000 Zeichnungen und Aquarellen sowie 250 000 Druckgrafiken ist das Museum im Besitz der größten Sammlung dieser Art in der Schweiz und einer der bedeutendsten weltweit. Präsentiert wird in der Sonderschau aber nur, was den Anspruch erfüllt, ein Meisterwerk zu sein.
"Anna Sommer und Noyau" sind ein Künstlerpaar, das gemeinsam arbeitet, und zwar in vielen verschiedenen Stilen und Techniken. Einen Querschnitt durch das Schaffen der beiden Zeichner zeigt das Cartoonmuseum Basel ab 10. Oktober (bis 31. Januar).
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Aus Fundstücken, Automobil- und Industrieabfall fertigte Robert Rauschenberg seine sogenannten Gluts, Wandreliefs und freistehende Skulpturen. Diesen widmet das Museum Tinguely eine Ausstellung (4. Oktober bis 17. Januar) – und das passt. Denn Jean Tinguely, dessen Werk das Museum gewidmet ist, modelte selbst Schrott zu beweglichen Maschinenskulpturen um. Vor alle aber hat er mit dem berühmten Amerikaner zusammengearbeitet. Ausgewählte Werke und Dokumentationsmaterial zeigen das gemeinsame Schaffen nun zum ersten Mal.
Versteinerte Krokodile, Palmen und Affen könnten die Lieblinge in der Ausstellung "Messel, Urpferd & Co." (23. Oktober bis 2. Mai) im Naturhistorischen Museum Basel werden. Denn auch 50 Millionen Jahre nach ihrem Tod sind diese Tiere und Pflanzen bis ins kleinste Detail erhalten. Die Fossilien zeugen davon, dass einst ein tropischer Regenwald Europa überwuchert hat. Passend dazu befasst sich die neue Dauerausstellung mit dem Titel "Quagga & Dodo" im selben Museum vom 22. Januar an mit Tierarten, die ausgestorben sind.
Was geht in einem Kind vor, das von seinen Eltern getrennt wird und in einem völlig neuen Umfeld aufwächst? Dieser Frage geht das Historische Museum in der Barfüsserkirche nach (4. Dezember bis 28. März). Hördokumente mit Erzählungen früherer Verdingkinder aus der Deutschschweiz und der Romandie stehen im Zentrum. Dabei geht es auch um die Frage, wie die Betroffenen, die häufig wie Leibeigene auf Bauernhöfen schuften mussten, mit ihren Erinnerungen umgehen. Die persönlichen Zeugnisse, die sich auf die Jahre 1920 bis 1960 beziehen, werden durch zahlreiche Fakten ergänzt.
Wer sich nicht für die eine oder andere Ausstellung entscheiden kann, sollte sich den 22. Januar vormerken, denn dann öffnen wieder mehr als 30 Basler Museen von 18 bis 2 Uhr ihre Räume für die Basler Museumsnacht . Eine Alternative dazu sind die Matineen, die jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in einem anderen Haus stattfinden und einen Blick ins jeweilige Museum und seine aktuelle Ausstellung erlauben. Weitere Informationen unter www.museenbasel.ch,www.museumsnacht.ch
Autor: Andrea Drescher


