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20. Juni 2012
Kulturverein auf der Suche nach Organisatoren
Das Programm des Vereins St. Märgenkultur kommt beim Publikum gut an, doch kaum einer will sich engagieren.
ST. MÄRGEN. Das Programm des Vereins St. Märgenkultur kommt beim Publikum gut an, die Veranstaltungen organisieren möchte aber kaum jemand. Das mussten die Verantwortlichen des Vereins bei der Mitgliederversammlung im Café Goldene Krone feststellen. Vorsitzender Erich Krieger wünscht sich Kulturbegeisterte, die bereit sind, sich punktuell zu engagieren und einmal eine Veranstaltung zu einem selbst gewählten Thema auf die Beine zu stellen. Der Begriff "Kultur" wird dabei weit gefasst.
Die Enttäuschung darüber, dass nur sieben Interessierte – darunter fünf von 20 Mitglieder – zur Versammlung gekommen waren, stand Erich Krieger ins Gesicht geschrieben. Die parallel veranstaltete Versammlung der neu gegründeten Energiegenossenschaft und die Fußball-EM seien mit ein Grund dafür, dass so wenige gekommen seien, meinte er, aber im Grunde zeige das durchaus den Zustand des Vereins. "Er hat es bisher noch nicht geschafft, sich von der Initiative einiger weniger hin zu einem Verein zu entwickeln, wo alle wichtigen Geschichten auf mehreren Schultern ruhen." Fällt Krieger aus, kommt das Engagement zum Erliegen, wie Friedrich von Flotow feststellte. Das könne nicht sein, stimmten die anderen zu.
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Nach fast zweistündiger Diskussion, in der nach den Ursachen geforscht und Lösungen gesucht wurden, kamen die Anwesenden zu dem Ergebnis, dass sie mehrere Personen, in denen sie Potential sehen, direkt ansprechen wollen. Zudem soll eine Checkliste erarbeitet werden, anhand der potentielle Organisatoren abschätzen können, wie viel Aufwand es mit sich bringt, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. "Das ist nämlich gar nicht viel", so Krieger. Meist müsse man nur einige Anrufe tätigen und bei der Veranstaltung selbst mit zwei weiteren Helfern für die Bestuhlung und die einfach gehaltene Bewirtung sorgen. Punktuelles Engagement würde völlig ausreichen, so Krieger, Organisatoren müssten auch nicht unbedingt Mitglied werden. In einer weiteren Sitzung, zu der bestimmte Personen gezielt eingeladen werden sollen, möchte man weiter diskutieren.
Dass das Engagement weitergeführt werden soll, darin waren sich alle einig. Denn in Kriegers Rückblick wurde deutlich, wie gut das Publikum die Veranstaltungen annimmt, auch wenn sie leicht defizitär sind, wie Rechner Frank Simon mitteilte. Die Kasse ist dennoch im Plus.
Der nächste Termin, den St. Märgenkultur organisiert hat, ist am 30. Juni um 20 Uhr im Jugendstilsaal der "Goldenen Krone". Im Rahmen des Hochschwarzwälder Jazzsommers hat der Verein die Saxophon-Formation "Let’s Sax" organisiert. Drei Frauen und ein Mann spielen Jazz-Standards mit Swing-Elementen und eigenen, sehr modernen Arrangements sowie amerikanische Filmmusiken. Geplant ist Ende Juli ein Liederabend mit Monika Eder, einer deutschlandweit gefeierten Sopranistin, die mit ihrer Familie in der "Goldenen Krone" eingezogen ist.
Freuen würden sich die Verantwortlichen über weitere Vorschläge von Kulturinteressieren, wobei der Begriff "Kultur" großzügig gefasst ist und weit über die üblicherweise damit assoziierten Sparten Musik, Literatur, Bildende Kunst und Darstellende Kunst hinaus geht.
Autor: Alexandra Wehrle



