Kunst

Johannes Mundinger zeigt "Flurstücke" beim Kunstverein Offenburg-Mittelbaden in Offenburg

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Fr, 01. Dezember 2017

Offenburg

Der Kunstverein Offenburg-Mittelbaden zeigt bis Ende Januar "Flurstücke" von Johannes Mundinger / Vernissage an diesem Freitag.

OFFENBURG. Etwa 35 großformatige, teils wandausfüllende Werke in eher gedeckten Farben oder schwarz-weiß zeigt die Ausstellung ebenso, wie kleine Formate in Hinterglasmalerei. Einige davon sind für die Offenburger Ausstellung exklusiv entstanden und orientierten sich dabei am vorhandenen Raum. Der 1982 in Offenburg geborene Künstler studierte in Münster und Brüssel, lebt heute in Berlin und ist von seinem Standort aus häufig unterwegs, um große Wände im Stadtbild beispielsweise in Brüssel, Prag oder Jerusalem zu bemalen. Auch in Offenburg hat er im vergangenen Sommer zusammen mit Künstlerkollege Elias Erred die Hausfassade von Mundingers Großeltern in der Weingartenstraße gestaltet. Titel des Werkes lautet passend zur Freiheitsstadt Offenburg: "Freiheit".

Seine Arbeiten waren unter anderem beim Museum Kunstpalast, Düsseldorf, dem Museum Weserburg, Bremen und dem Freiburger Kunstverein zu sehen. 2013 erhielt er den Förderpreis des Berliner Kunstvereins. Mundingers Werke, früher oft gegenständlich gemalt oder gesprayt, haben eine unverwechselbare selbständige Sprache, wie Martin Sander, Geschäftsführer des Kunstvereins unterstreicht. "Persönlich haben mich die Arbeiten sofort angesprochen, weil es extrem schwer ist für einen Maler, in relativ jungem Alter eine eigene Art der Abstraktion zu finden, die man wiedererkennt, die nicht platt ist und sich nicht zwanghaft von anderen unterscheiden will." Der junge Künstler gehöre einer neuen Künstlergeneration an, die sich stilistische keiner speziellen Schule zuordnen lasse.

"Flurstücke" ist der Titel der Ausstellung, weil sich die Bilder häufig auf die Umgebung beziehen oder auf Erinnerungen. "Vockerode" ist ein Bild unterschrieben inspiriert von der Elbbrücke bei Vockerode, welche die Landschaft aber auch persönliche Bereiche trennt, aber auch verbindet. "Da ging es ganz viel um Erinnerung, oder wie sich Erinnerungen verändernd überlagern und durch die Wiederholung eine andere Form annehmen", so der Künstler dazu. Die große Stoffbahn mit dem Titel "Antenne" geht zurück auf eine sehr frühe Erinnerung.

Die wenigen Eindrücke aus den ersten Lebensjahren seien nicht verlässlich, oft bleibe nur ein vages Gefühl von Atmosphären, Farben oder Gerüchen. Bilder und Szenen verschwämmen mit Eindrücken von Fotografien und den wiederholten alten Geschichten und formten eine diffuse Wahrheit. Dass aus jener Phase nur Fragmente bleiben, ist der thematische Ausgangspunkt Mundingers, die er im Prozess der Malerei thematisiert.

Seine Farbflächen und grafischen Elemente in Acryl oder einfacher Dispersionswandfarbe verbinden sich zu neuen überraschenden Kompositionen, wobei sich durch Reduktion, Übermalungen, Wegkratzen und Verwischen interessante Muster, Ungenauigkeiten ergeben und Spuren stehen bleiben.

Die kleinen Formate sind direkt auf Glas gemalt, der Malprozess kehre sich dabei um, so Mundinger. Die Farbe, die zuerst gemalt wird, steht am prägnantesten auf dem Bild da, durch Wegnehmen oder Hinzufügen entsteht der Gesamteindruck. Dabei könne man den Malprozess nicht so direkt beeinflussen, wie das auf Leinwand oder Wand möglich sei, man versuche den Zufall zu steuern: "Manchmal intuitiv drauflos, manchmal habe ich ein Bild, eine Geschichte, eine Idee im Kopf."

"Flurstücke", Vernissage, Freitag, 1. Dezember, 19.30 Uhr, Kunstverein Offenburg-Mittelbaden , Kulturforum, Amand-Goegg-Straße 2, Offenburg . Ausstellungsdauer bis Sonntag, 28. Januar, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 13 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Geschlossen vom 22.Dezember bis einschließlich 7. Januar, Sonderöffnung in der Weihnachtspause Mittwoch, 27. Dezember, 14 bis 17 Uhr.