Kunst und Lyrik begegnen sich

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Di, 11. September 2018

Lörrach

Vernissage der Ausstellung "Gerta Haller" im Hebelsaal des Dreiländermuseums mit szenischer Lesung und Musik.

LÖRRACH. Die Eröffnung der Ausstellung "Gerta Haller" im Dreiländermuseum am Sonntag stieß auf großes Interesse. Voll besetzt war der Hebelsaal, als Andreas Wirth, Karin Maßen und Sabrina Lössel ausgewählte Gedichte der Künstlerin lasen, immer wieder ergänzt durch den schönen Gesang von Hallers Enkelin Anna Kaufmann.

Auch für den großen Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss des Dreiländermuseums hätte man genügend Bilder von Gerta Haller zur Verfügung gehabt, stellte Markus Moehring bei seiner Begrüßung fest. Da dort aber gerade die große Sonderausstellung zur Zeitenwende 1918/19 installiert sei, zeige man eine kleinere Auswahl von Gemälden und Grafiken der Künstlerin im Hebelsaal. Lyrik von Gerta Haller, die lange Zeit in Lörrach und im Markgräflerland gelebt hat, findet sich an Säulen, des weiteren die digitale Präsentation von Fotografien aus dem privaten Umfeld. Der Museumsleiter dankte Yorinde Bayer und ihren Sohn Benjamin, die sich bei der Vorbereitung der Ausstellungen stark engagiert hatten.

Denn mit der Vernissage in seinem Haus endete am Sonntag ein Reigen von Eröffnungen am selben Tag. Gleich drei parallel laufende Ausstellungen würdigen nun das Künstlerpaar Alfred und Gerta Haller, das in der Nachkriegszeit wichtige Impulse im Kunstleben des Dreiländerecks gesetzt hat. Die Hauptschau mit einem Überblick über die Arbeiten läuft im Markgräfler Museum in Müllheim. Im Ibenthaler-Haus in Lörrach gibt es zudem eine Gegenüberstellung der Gemälde von Alfred Haller und des mit im befreundeten Paul Ibenthaler.

Da bei den beiden vorher gehenden Vernissagen inhaltlich alles Wichtige über Gerta Hallers Malerei und Grafik gesagt worden war, übergab Moehring am Sonntag bald das Wort an Sabrina Lössl, Andreas Wirth und Karin Maßen. Die beiden letztgenannten waren mit der Künstlerin freundschaftlich verbunden. Bei ihrem ausdrucksstarken Vortrag von ausgewählten Gedichten ließ das Trio Gerta Hallers Kunst und Lyrik sich im Hebelsaal begegnen. Gedichte wie "Frühe" oder "Exzerpt über den weißen Hasen" konnten ihre volle Wirkung entfalten.

Anna Kaufmann, Enkelin der Künstlerin, übernahm immer wieder und stimmte, an der Gitarre begleitet von Tobias Kirchmeyer, Lieder und Chansons an. Am Ende liefen zu einem sehr persönlichen Text von Andreas Wirth Fotografien von der Künstlerin in ihrem Haus in Gupf über die Leinwand. Eine szenische Lesung von Wirth, Maßen und Lössl gibt es noch zwei Mal: im Dreiländermuseum am 16. Oktober um 19 Uhr und im Markgräfler Museum am 18. Oktober, ebenfalls um 19 Uhr.

Geöffnet: bis 9. Dezember, Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr