05. September 2008
Kurse für 1800 kleine "Wasserratten"
DENZLINGEN Vorerst zum letzten Mal absolvieren derzeit mehr als 30 Kinder einen Schwimmkurs, der unentgeltlich im Sportbad vom Schwimmbadpersonal angeboten wird. An jedem Morgen leiten noch bis heute, Freitag, Schwimmmeister Juri Tchernychev und Ronny Bischoff zwei Wochen lang kleine "Wasserratten" an, die ihr "Seepferdchen" absolvieren wollen. Am Ende der Freibadsaison schließt die Anlage für rund 15 Monate. Dann werden die Karten neu gemischt und über künftige Angebote nachgedacht.
"Als das Bad 1984 zehn Jahre alt wurde, haben wir mit den Schwimmkursen angefangen", erläutert Betriebsleiter Klaus Niepenberg. Mittlerweile 25 Jahre lang bieten die Schwimmmeister diesen Service an. Am Anfang und am Ende der Sommerferien war in jeweils drei Kursen einem guten Dutzend Kindern Ge legenheit gegeben, das Schwimmen zu erlernen. In 25 Jahren macht dies 140 Kurse und somit knapp 1800 Schwimmanfänger.
"Nur die Eintrittskarte musste gelöst werden", so Elke Niepenberg an der Kasse: "Aber die Plätze waren immer schon schnell ausgebucht".
Das Angebot ist nicht ganz uneigennützig, wissen doch die für die Sicherheit im Bad verantwortlichen Schwimmmeister, dass mit jedem sicheren Schwimmer das Risiko zu ertrinken sinkt. Insgesamt gab es im Denzlinger Bad wenige Vorfälle, allerdings auch schon vor vielen Jahren einen Fünfjährigen, der nicht mehr gerettet werden konnte.
"Annika, mach große Kreise mit den Beinen", ruft Juri Tchernychev der Sechsjährigen zu, die nach den Ferien in die zweite Klasse kommt. Der überwiegende Teil der kleinen Kursteilnehmer ist aber künftiger Schulanfänger wie die sechsjährige Sarah, die Juri und Ronny sehr nett findet. "Sarah hat ein tolles Wassergefühl", schwärmt im Gegenzug ihr "Schwimmlehrer".
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Während Juri am Beckenrand den Überblick behält, ist Kollege Ronny mit den Kindern im Wasser. Immer wieder hebt er die Leine hoch, die den Nichtschwimmer- vom Schwimmerbereich in der Halle abtrennt. Artig paddeln gleichzeitig zwei Kinder mit einer "Nudel" oder einem Schwimmbrett Richtung Startblock. Von dort sollen die Kinder dann auch in einen großen Gummireifen springen. "Gestern bin ich schon vom Einer gesprungen", meint Max, der mit seinem Opa Helmut gerade am Beckenrand steht.
Der fünfjährige Leo springt mutig in das runde "Loch", manch anderer greift aber beim ersten Mal lieber zur von Juri dargebotenen Hand.
Heute werden die drei Kurse mit ihren insgesamt 37 Teilnehmern das "Seepferdchen", das erste Leistungsabzeichen, ablegen. "Vom ersten Kurs werden es sicher alle schaffen, und hier vom zweiten Kurs die meisten auch", ist sich Juri Tchernychev sicher, der auch beim dritten Kurs eine hohe Erfolgsquote prognostiziert.
Während Kollege Ronny Bischoff mit der Schließung des Bads zum 15. September wieder Richtung Magdeburg wechseln will, woher er kommt, weiß Juri Tchernychev, dass er für die Dauer des Umbaus im Freiburger Eugen-Keidel-Bad eingesetzt wird wie auch sein Kollege Samuel Lege. Die beiden Damen am Empfang, Elke Niepenberg und Daniela Ozsvath, werden künftig sich die Stelle am Empfang im Bürgerbüro im Rathaus teilen, weil dort Günter Disch von seinem Schreibtisch in den Ruhestand wechselt.
Betriebsleiter Klaus Niepenberg wird als Schwimmmeister während des Umbaus im Bad gebraucht, um dort mitzuhelfen, die Arbeiten der beteiligten Firmen zu koordinieren. Martin Burgert wird ans Freiburger Westbad "ausgeliehen".
Im März 2010 soll das dann umgestaltete Schwimmbad wiedereröffnet werden, zuerst der Hallenbereich samt Ganzjahresbecken, dann das Freibad.
Autor: Frank Kiefer






