Gold für Savchenko/Massot

KURZKÜR: Endlich der Richtige!

Laetitia Bürckholdt

Von Laetitia Bürckholdt

Fr, 16. Februar 2018

Olympische Spiele

Fast hätte man den Glauben in die Männer im Leben von Aljona Savchenko verloren. Wieder war es einer ihrer sportlichen Partner gewesen, der ihr beinahe die wohl letzte Chance auf olympisches Gold vermasselt hätte. Einen Aussetzer habe er in der Kurzkür gehabt, erklärte Bruno Massot, nachdem er den Salchow nur zwei- statt dreifach gesprungen hatte. Und: "Ich will nicht, dass Aljona wieder mit Bronze nach Hause fährt." Auf die Frage, ob sie ihn nun aufbauen werde, lautete ihre Antwort nur knapp: "Das muss er selber machen." Mit männlichen Aussetzern kennt sich Aljona Savchenko nämlich aus. Und vermutlich hat sie ihre Lehren daraus gezogen. In all den Jahren mit ihrem früheren Partner Robin Szolkowy erreichte sie nie das oberste Treppchen bei olympischen Spielen – weil er patzte. Er vermasselte den Doppelaxel, er sprang den Toeloop nur zweifach. Für die als extrem ehrgeizig geltende Savchenko blieb nur Bronze. 2014 in Sotschi ein ähnliches Drama. Wieder Bronze. Höchste Zeit, sich von den Männern in ihrem Leben zu trennen. Die Beziehung mit Trainer Ingo Steuer war zerbrochen, Szolkowy wollte nicht mehr. Da war Aljona Savchenko schon 30 Jahre alt – viel Zeit blieb also nicht mehr, um den Richtigen zu finden. Privat ist es ihr gelungen. Sportlich sah es fast so aus, als hafte das Männerpech für immer an ihren Kufen. Und nun das! Der frühere Franzose Bruno Massot hat die (sportliche) Ehre der Männer gerettet. Und mit seinem beherzten Einsatz für seine Partnerin vielleicht auch mancher Frau die Hoffnung in die Männerwelt zurückgegeben.