Rust

Lärm und Lichtverschmutzung: Anwohner beschweren sich über den Europa-Park

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Sa, 19. Januar 2019 um 09:36 Uhr

Rust

Nicht nur der geplante Bau einer Seilbahn nach Frankreich ist ein Aufreger bei einigen Bürgern aus Rust: Sie klagen auch über Lärm und Lichtverschmutzung durch den Park.

Die Mitglieder der Gemeinderatsfraktion Aktive Bürger für Rust (ABFR) wollen alles daran setzen, das angedachte Seilbahn-Projekt des Europa-Parks durch den Taubergießen zu verhindern. Rund 20 Bürger waren der Einladung von Elke-Maria Ringwald, Katja Kattinger und Günter Erny von der ABFR zu einer Infoveranstaltung mit Diskussion im Anglerheim gefolgt. Die 2004 gegründete Wählervereinigung setzt sich im Gemeinderat besonders für die Themen Schutz der Natur und deren freien Zugang, Bürgerbeteiligung, einen verträglichen Tourismus und die Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ein.

Auf Handzetteln unterstrich die ABFR, dass sie in Sachen Seilbahn nicht nur hinter der Resolution des Gemeinderates steht, sondern noch einen Schritt weiter gehe. Ihre Forderung: sämtliche Überlegungen zum Bau einer Seilbahn durch den Taubergießen grundsätzlich auszuschließen. Respekt vor der Natur und der Erhalt des Taubergießens in seinem heutigen Zustand werden gefordert.

Anwohner beschweren sich über den Europa-Park

Es folgte eine offene und durchaus emotional geführte Diskussion über das Verhältnis zwischen dem Europa-Park, der Gemeinde und den Bürgern. Unmittelbare Nachbarn des Parks klagten vor allem über den zunehmenden Lärm und erhöhte Lichtverschmutzung. "Bei uns wird es nicht mehr richtig Nacht", bemerkte ein Bürger. Der ständige Kampf münde in ein gewissen Ohnmachtsgefühl, weil man zwar angehört, aber keine Besserung erzielt werde. Die Geschäftsleitung des Europa-Parks und die Gemeindeverwaltung bemühten sich zwar, Verbesserungen seien aber nicht zu erkennen, im Gegenteil: Es gebe eher eine Zunahme der Lärmquellen.

Viel Lärm verursache der Betrieb der Holzachterbahn, wurde geklagt. Im Sommer sei die Lärmbelastung besonders hoch. Es gebe zwar Regelungen, allein es fehle an Kontrolle, dass diese auch eingehalten werden. Mit der rechtlichen Bewertung sei die Gemeindeverwaltung überfordert, bemerkte Günter Erny. Es müsse bei Konflikten mit dem Europa-Park einen Gegenspieler geben, der die Interessen der Bürger konkret vertritt.

Wie kann die Kommunikation zwischen Bürgern und Europa-Park verbessert werden?

Anstelle von Bürgerinfoveranstaltungen forderten die ABFR-Vertreter echte Bürgerbeteiligung. Die Gemeinde müsse fordern und nicht nur geben, sagte Erny. Die Einrichtung einer neutralen Beschwerdestelle bei der Gemeinde war ein weiterer Vorschlag zur Verbesserung der Kommunikation. Eine Joggerin ärgerte sich besonders darüber, dass bereits morgens Musik aus dem Parkgelände kommt. Feuerwerke führten zu einer hohen Feinstaubbelastung, wurde weiter festgestellt. Darüber hinaus sei die Verkehrsbelastung in und um Rust extrem hoch.



Wege durch den Taubergießen würden bereits heute schon als Ausweichstrecken genutzt. Die Verkehrsproblematik sei vor 2014 nicht richtig angepackt worden, so die Feststellung. Notwendig ist nach Meinung von Elke-Maria Ringwald ein überregionaler, weiträumiger Masterplan Verkehr, entsprechend der Parkierung. Ein solcher ist derzeit in Bearbeitung.

Mit einem Katalog an Vorschlägen zur Verbesserung der aktuellen Situation will die ABFR konkrete Vorschläge in den Gemeinderat einbringen. Dazu gehört auch die Idee einer Seilbahn vom Bahnhof Ringsheim direkt zum Wasserpark und Europa-Park. Bei der rund zweistündigen Diskussion wurden viele Mängel und Missstände definiert. Zugleich wurde deutlich, dass einfache Lösungen nicht zu erwarten seien. Die Infoveranstaltung der ABFR versteht sich laut Ringwald auch als Ventil für Bürger, ihrem Ärger Luft zu verschaffen.

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