Ja oder nein?

Abstimmung: Soll in Lahr eine Munitionsfabrik gebaut werden?

Konstantin Görlich

Von Konstantin Görlich

Mo, 21. August 2017 um 16:39 Uhr

Lahr

Die Frage, ob in Lahr eine Munitionsfabrik gebaut werden soll, hat unter unseren Lesern erneut eine Diskussion ausgelöst. Darum wollen wir es jetzt genau wissen: Munitionsfabrik – ja oder nein?

Das Ergebnis nach knapp 24 Stunden:



Im Oktober diskutiert der Gemeinderat darüber, ob auf dem Flugplatzareal eine Munitionsfabrik gebaut werden soll. Die Debatte läuft aber schon heute hitzig – auch bei den Facebookfans der Lahrer BZ.

Das Meinungsbild in den Kommentaren fällt erstaunlich gespalten aus. Mit "Ich versteh jetzt nicht wirklich, was daran für uns schlimm ist? Wir haben dadurch mehr Arbeitsplätze. Und wenn wir Nein sagen, dann sagt eine andere Stadt Ja. Wo ist daran dann der Unterschied?" eröffnete Laura Eggs am Samstag die Debatte. Gegenwind gab es prompt von Nina Djatschenko: " Nicht Ihr Ernst, oder? Und wenn man hier eine Einrichtung machen würde für Massentierhaltung, wäre das dann auch okay für Sie, wegen der ach so tollen Arbeitsplätze?"

Geld oder Moral?

Es ist genau diese Frage – Arbeitsplätze und Gewerbesteuer auf der einen, die Moral auf der anderen Seite – die die Leserinnen und Leser spaltet. Mazze Biegert argumentiert: "Ich wünsche mir auch Arbeitsplätze für Lahr, aber dennoch sollte die anzusiedelnde Industrie ethisch vertretbare Produkte herstellen." Und weiter: "Waffen oder Munition bieten noch lang keinen Wohlstand für alle, wie man täglich den Nachrichten entnehmen kann."

Auch Demmo Onoff verweist auf das große Ganze, aber mit anderem Ergebnis: "Es gibt schon lang keine Moral, jeder schnappt sich das, was er kriegt, in diesem Land", lautet sein Fazit mit Verweis auf die Bundesrepublik als einer der größten Exporteure von Rüstungsgütern – deren Verbreitung nicht immer kontrolliert werden kann, wenn sie erst einmal das Land verlassen haben.

Rausan Öger: "Unsere Welt braucht viele Dinge, aber mehr Waffen und Munition sicher nicht." Es gibt aber nicht nur Gegenwind, sondern auch Alternativen, etwa die Ansiedlung anderer Unternehmen. Zeynal Duran geht noch weiter: " Sowas sollte nicht nur in Lahr, sondern in ganz Europa verboten werden." Rainer Buff ist für den direktdemokratischen Weg: "Ich kann nur hoffen, dass die Bürger von Lahr dagegen stimmen", schreibt er – und fragt, ob es einen Bürgerentscheid gibt. Mazze Biegert klärt auf: "Einen Bürgerentscheid wird es nicht geben."

Mehr zum Thema: