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16. Februar 2010 17:16 Uhr
Betroffen ist auch die Grundstücks-KG
Alfred Schneider GmbH in Lahr insolvent
Über das Vermögen der Alfred Schneider GmbH mit Sitz an der Carl-Benz-Straße ist das Insolvenzverfahren beantragt worden. Das Gericht hat die Freiburger Fachanwältin für Insolvenzrecht, Heike Simon, zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt.
Nach ihren Angaben wird der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortgeführt, die Löhne der 22 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert.
"Die Geschäftsführung hat zu einem frühen Zeitpunkt Insolvenzantrag gestellt und damit die Grundvoraussetzung für eine Rettung geschaffen", so die Insolvenzverwalterin. Die Insolvenzvorfinanzierung über die Agentur für Arbeit ist nach ihren Angaben ebenfalls gesichert. Heike Simon betonte, dass die Auftragslage des Unternehmens gut sei. Alle Kundenaufträge würden in vollem Umfang erbracht. Zudem gebe es bereits einen Kaufinteressenten aus dem Unternehmen heraus, so dass gute Chancen auf eine Rettung des Unternehmens und der Arbeitsplätze bestünden.
Alfred Schneider, der 70 Jahre alte Firmeneigner hatte vergangenen Freitag wohl eine seiner schwersten Stunden im Unternehmen vor sich mit dem Gang zum Insolvenzgericht. Drohende Zahlungsunfähigkeit war gegeben, so dass er selbst den Insolvenzantrag stellen musste. Was zum Insolvenzantrag geführt hat, darüber waren gestern keine Auskünfte zu erhalten, weder von Alfred Schneider noch von der frisch bestallten vorläufigen Insolvenzverwalterin.
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Die Firma Schneider war 1928 als Hersteller von Gewächshäusern mit Heizungsanlagen gegründet worden. 1994 zählte der Betrieb 70 Mitarbeiter, der Produktionsbereich für Kranführerkabinen wurde ausgegliedert und von Bruder Horst in einem Neubau im Gewerbegebiet von Langenwinkel federführend gestaltet. Nach der Insolvenz der Horst Schneider KG war die Firma Miller der Retter, sie führt das Unternehmen seither erfolgreich. Seit drei Jahren hat die Alfred Schneider GmbH ihren Sitz in der Carl-Benz-Straße, schräg gegenüber von der Grohe. Das Tätigkeitsfeld umfasst im wesentlichen Heizung, Lüftung, Klima und den Bau von Latentwärmespeichern, die auf eine Entwicklung von Alfred Schneider, dem studierten Maschinenbauingenieur, zurückgehen. Im Einzelnen geht es um Heizungsanlagen für Öl, Gas- Holz, Hackschnitzel und Pellets, um Wärmepumpenlagen für Luft, Wasser und Sole, Lüftungs- und Klimaanlagen, Fußbodenheizungen oder thermische Solaranlagen, um Kühldecken, Kühlfassaden und auch Photovoltaikanlagen, Hochdruck-, Heißwasser- oder Kaltwasseranlagen oder auch um Blockheizkraftwerke. Individuelle Kundenanforderungen konnten befriedigt werden.
In Verbindung mit dem Insolvenzantrag für die Alfred Schneider GmbH, die den Handwerksbetrieb führt, ist es zu einem zweiten Insolvenzantrag für die (heutige) Schneider KG gekommen. Dies hat Insolvenzrichter Fritsch bestätigt. Letztere kümmert sich um die Vermarktung des ehemaligen Betriebsgelände zwischen Tramplerstraße und B 415. Dort besteht ein Bebauungsplan (das Projekt heißt Wohnen am Sulzbach), der etwa 50 Wohnungen erlaubt in Mehrfamilien-, Einfamilien- und Reihenhäusern. Mehrere Häuser stehen. Auch für die KG, deren persönlich haftende Gesellschafter Horst und Alfred Schneider sind, hat das Insolvenzgericht bei der Freiburger Anwältin Heike Simon ein Gutachten in Auftrag gegeben.
Alfred Schneider kann auf eine Reihe von Erfindungen und Patente blicken, auf Innovations- und Ehrenpreise. Seit über 50 Jahren ist der Privatmann Schneider auch in der Luftfahrt aktiv, als Pilot und über einige Jahre hinweg auch als Vorsitzender der Fliegergruppe Lahr.
Autor: bko
