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15. Oktober 2015

"Alzheimer in frühem Stadium heilbar"

Veranstaltung mit dem Arzt und Bestsellerautor Michael Nehls in Zusammenarbeit mit Volkshochschule und Awo-Seniorenzentrum.

  1. AWO-Einrichtungsleiter Stefan Naundorf, Marie-Luise Wiechers von der VHS-Friesenheim sowie der Mediziner und Buchautor Michael Nehls. Foto: Christoph Breithaupt

LAHR. "Alzheimer ist ein von Angst besetztes Thema", sagt Stefan Naundorf, Leiter des Seniorenzentrums Ludwig-Frank-Haus. Bei einem Pressegespräch wurde gestern der neue Wohnbereich für Menschen mit Demenz präsentiert. Gleichzeitig ging es um einen Vortrag, der zeigen soll: Alzheimer in einem frühen Stadium ist heilbar.

Mit dabei waren deshalb auch der praktische Arzt und Bestsellerautor Michael Nehls ("Die Alzheimer Lüge") und Marie-Luise Wiechers von der Friesenheimer Volkshochschule. In einem Vortrag am 28. Oktober um 20 Uhr in der Sternenberghalle in Friesenheim will Nehls auf seine These eingehen, dass die Krankheit geheilt werden kann.

Im Ludwig-Frank-Haus habe man dafür gesorgt, die Versorgungssituation demenzkranker Bewohner zu verbessern, sagte Stefan Naundorf. Für eine Investitionssumme in Höhe von 130 000 Euro wurde die Gruppenstruktur verkleinert und für alle Beteiligten überschaubarer gemacht. Mit einem festen Kernteam wird künftig die Beziehungspflege in der verkleinerten Wohngruppe intensiviert und darüber hinaus Aufklärungsarbeit betrieben. "Bisher war Ratlosigkeit angesagt", sagte Naundorf, weil Demenz nicht greifbar gewesen sei und schicksalhaft hingenommen wurde.

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Das soll sich jetzt ändern: Gemeinsam mit der VHS Friesenheim wollen das AWO-Seniorenzentrum und der Mediziner, Nukleargenetiker und Bestseller-Autor Michael Nehls aus Freiburg in einem Vortrag die Öffentlichkeit darüber informieren, dass die neue Volkskrankheit Alzheimer eine Begleiterscheinung der steigenden Lebenserwartung ist und nicht länger als unvermeidbares Schicksal hingenommen werden muss.

Anhand unzähliger aufschlussreicher Studien, die seinem 2014 erschienenen Buch "Die Alzheimer Lüge" zugrunde liegen, erklärt Nehls nicht nur die Entstehung der Krankheit, sondern er will auch beweisen, dass es sich bei Alzheimer in erster um eine Mangelerkrankung handelt, die zwar als Zivilisationskrankheit nicht therapierbar, aber doch vermeidbar sei. "Alzheimer steht in direktem Zusammenhang mit unserer heutigen Lebensweise", sagt Nehls. "Das birgt die Hoffnung, dass unser Leben nachhaltig verändert werden kann".

Mit "Alzheimer ist heilbar – rechtzeitig zurück in ein gesundes Leben" hat er ein weiteres Buch veröffentlicht, in dem er belegen will, dass Alzheimer keine Folge des Älterwerdens ist, sondern durch eine Lebensweise verursacht wird, die die natürlichen Bedürfnisse der Menschen ignoriert. Seine These, die er gestern im Ludwig-Frank-Haus untermauert hat, klingt revolutionär: "Man kann sich nicht nur effektiv vor Alzheimer schützen, sondern die Krankheit in einem frühen Stadium auch besiegen."

Info: "Ist Alzheimer ein unvermeidbares Schicksal?", Vortrag von Michael Nehls, Mittwoch, 28. Oktober, 20 Uhr, in der Sternenberghalle in Friesenheim; Eintritt: 8 Euro; Vorverkaufsstellen: Buchhandlung Schwab in Lahr, VHS Lahr, AWO-Seniorenzentrum sowie Schreibwaren Erb in Friesenheim

Autor: Wolfgang Beck