Auch die Oststadt will Kunstrasen

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Sa, 14. November 2015

Lahr

Das Projekt steht auf dem Wunschkatalog des SC Kuhbach-Reichenbach / SPD-Gemeinderatsfraktion informiert sich im Vereinsheim.

LAHR-REICHENBACH. Der SC Kuhbach-Reichenbach, ein Fußballverein mit 600 Mitgliedern, drei Senioren- und zehn Jugendmannschaften, hat bei einer Infoveranstaltung am Donnerstag im Vereinsheim die Pläne für einen Kunstrasenplatz bekannt gegeben. Aufmerksame Zuhörer waren dabei Mitglieder der SPD-Gemeinderatsfraktion.

Der SC-Vorsitzende Josef Schoubrenner machte den desolaten Zustand des Hartplatzes dafür verantwortlich, dass im Verein das Projekt "Aus Rot mach Grün" gereift sei. Es wäre schön, so der Vorsitzende, wenn in den nächsten drei bis fünf Jahren mit städtischer Unterstützung ein Kunstrasenplatz verwirklicht würde. "Der Bedarf an Plätzen für den Trainings- und Spielbetrieb ist groß", sagte Schoubrenner. Für den Verein sei ein Kunstrasenplatz in den nächsten Jahren unausweichlich, um im sportlichen Wettbewerb bestehen zu können. Damit, so die Hoffnung, könnte auch die Abwanderung von Spielern schon im Jugendbereich zu anderen Vereinen verhindert werden. "Die Verletzungsgefahr ist enorm", sagte der Vorsitzende und verwies auf entsprechende Klagen der Eltern von 160 Jugendlichen. "Kunstrasen ist für uns überlebenswichtig", so Schoubrenner, auch wenn er erst in drei bis fünf Jahren kommt. Dem Verein sei bekannt, dass auf Lahr große Investitionen zukommen.

Schoubrenner erinnerte an die Schaffung der Kunstrasenplätze an der Dammenmühle und der Klostermatte, die dem SC Lahr zur Verfügung ständen. Er sprach auch die nachvollziehbaren Überlegungen an, im künftigen Bürgerpark neue Sportplätze sowie beim FV Sulz einen neuen Kunstrasenplatz anzulegen. "Wir in der Oststadt dürfen aber nicht zur Diaspora werden", sagte er an die Adresse der SPD-Fraktion, die mit Walter Caroli in Vertretung von Roland Hirsch gekommen war. "Wir wollten uns über das Projekt vor Ort informieren", sagte der SPD-Stadtrat. Er konnte verständlicherweise keine Zusage machen, versicherte aber, dass mit der SPD ein Weg gefunden werden könnte, in einigen Jahren das Problem Hartplatz zu lösen. Die SPD-Fraktion habe weder Präferenzen für die Kernstadt noch für die Stadtteile, sagte Caroli. Eine Entscheidung sei vom Finanzplan des Vereins und dem städtischen Haushalt abhängig.

Kleinschmidt hat Zweifel an einer raschen Umsetzung

Hermann Kleinschmidt, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, betrachtete den Vorstoß des SC Kuhbach-Reichenbach als kurzfristig: "Sulz war früher dran", so Kleinschmidt, der selbst die Anlegung eines Kunstrasenplatzes für den FV Sulz im kommenden Jahr als fraglich einstufte. "Die Stadt hat derzeit viele Großprojekte zu stemmen", warben die Kommunalpolitiker um Verständnis, dass nicht alle Wünsche gleichzeitig erfüllt werden könnten.

Für den Kunstrasenplatz geht der SC Kuhbach-Reichenbach von einer Investition in Höhe von rund 350 000 Euro aus. Von der Stadt wird ein Zuschuss in Höhe von rund 200 000 Euro erwartet, vom Badischen Sportbund und durch Eigenleistungen sollen rund 80 000 Euro.

"Die SPD ist bereit, den Weg mitzugehen", versprach Caroli den Balltretern aus Kuhbach und Reichenbach sowie aus Sulz. Dabei dürften die hohen Ausgaben für die Sanierung des Lahrer Bahnhofs nicht vergessen werden. Caroli: "Das macht uns Sorgen, weil die Zuschüsse radikal gekürzt wurden und an der Stadt viel hängen bleibt." Die SPD-Fraktion bleibe in Sachen Kunstrasenplatz dennoch am Ball. Caroli ermunterte den Vorstand des SC Kuhbach-Reichenbach, die übrigen Fraktionen des Gemeinderats ins Boot zu holen, um das Projekt "Aus Rot wird Grün" in naher Zukunft zu schaffen.