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11. Januar 2010

"Das ist alles für uns Routine"

Am 6. Februar steigt Boxnacht / Boxstaffel richtet südbadische Meisterschaften aus / Vorbildliche Jugend- und Integrationsarbeit

  1. Freitagabend in der Großmarkthalle – Training mit Cheftrainer Stefan Leuthner. Foto: (2) wolfgang beck

  2. Das Führungsteam der Boxstaffel: Franz Rinkel, Peter Franz, Stefan Leuthner, Erwin Seitel und Willi Kuhn. Foto: Wolfgang Beck

LAHR. Der Boxnacht am 6. Februar 2010 in der Großmarkthalle fiebern nicht nur zahlreiche Faustkämpfer aus ganz Südbaden entgegen. Für die Verantwortlichen der Boxstaffel Blau-Weiß Lahr mit Peter Franz an der Spitze wird das sportliche Großereignis zur ersten Herausforderung in diesem Jahr. "Wir erwarten wieder 700 bis 800 Sportfans aus ganz Südbaden in der Großmarkthalle", sagt Franz.

Es ist Freitagabend. Zweiter Trainingsabend in der Woche für die Faustkämpfer der Lahrer Boxstaffel. Drei Stunden lang schwitzen die Athleten und Sparringpartner. Cheftrainer Stefan Leuthner kümmert sich um den Nachwuchs, während die Fortgeschrittenen in zwei aufgestellten Ringanlagen inmitten der Großmarkthalle im fairen Clinch liegen. Mit wechselnden Trainingsgegnern wird an der Feinarbeit gefeilt. "Wenn wir Glück haben, sind zehn unserer Faustkämpfer bei den Meisterschaften dabei", ist sich Stefan Leuthner sicher.

Mit ihm fiebern Vorsitzender Peter Franz und Beisitzer Erwin Seitel der Boxnacht im Februar in Lahr entgegen. "Wenn Boxen live geboten wird, kommen die Zuschauer", weiß Seitel, der mit 700 Fans in der Großmarkthalle rechnet. Voraussichtlich 20 Kämpfe sind in der Boxnacht zu sehen, die um 18 Uhr beginnt und um 23 Uhr endet. Für die Gruppenmeisterschaft der Kämpfer und Kämpferinnen hat der Amateur-Box-Verband Baden die Altersklassen der Schüler, Kadetten, Junioren, der Jugend, Männer und Frauen zugelassen. "Das sind alle Altersklassen", erklärt der Gruppenvorsitzende Süd im Amateur-Box-Verband Baden, Fritz Schupp. In Radolfzell bei Walter Kellmayer, dem Jugendwart der Gruppe Süd, laufen dann die Meldungen mit Namen, Geburtstdatum, Gewichtsklasse und Anzahl der Kämpfe bis 28. Januar zusammen.

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Wer letztlich mit den blau-weißen-Farben der heimischen Boxstaffel in den Ring steigen wird, hängt von den im Gewicht zusammenpassenden Gegnern ab. "Wir haben alle Vorbereitungen getroffen", sagt Franz, der zusammen mit einem eingespielten Team für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgt, damit das sportliche Großereignis am 6. Februar erfolgreich über die Bühne geht. Dazu gehört zum Equipment für das Kampfgeschehen eine gültig geeichte Dezimalwaage, außerdem müssen lizenzierte Zeitnehmer zur Verfügung stehen, regelkundige Protokollführer und schreibgewandte Urkundenschreiber. Für ein attraktives Rahmenprogramm, das zu jeder Boxnacht gehört, sorgt der Ausrichter. Das wird eine Rock "n‘ Roll-Gruppe aus Oberhamersbach sein, und auch die Mädchen des TV Lahr werden fetzige Auftritte präsentieren.

Für die Chronik hilft der Nachlass von Günter Ditzenbach
"Das alles ist für uns Routine", sagt Franz, der im Gespräch mit der BZ auf eine lange Tradition im Boxsport in Lahr hinweist. Genau gesagt, auf über 60 Jahre, denn die Boxstaffel Blau-Weiß Lahr wurde 1959 gegründet. Trainiert wurde damals im Rappenkeller, während die ersten Boxvergleichskämpfe Anfang der 50er-Jahre auf der Klostermatte stattfanden. Seit 1953 ist die Großmarkthalle in Dinglingen Austragungsort der Sportkämpfe. Sie war auch Zuchtviehhalle, wo unter der Woche die Bauern zur Versteigerung ihres Viehs Zugang hatten. Derzeit sind die Verantwortlichen der Boxstaffel dabei, die Chronik aufzuarbeiten. Auf eine große Menge von Archivmaterial kann aus dem Nachlass von Günter Ditzenbach zurückgegriffen werden. Erinnert sei an die "Handschuh-Brüder", die Vereinsgeschichte geschrieben haben. Ditzenbach, der Ehrenpräsident und langjährige Vorsitzende, Boxer und international tätige Kampfrichter ist vergangenes Jahr kurz nach seinem 70. Geburtstag gestorben. Er prägte das Geschehen im Boxsportverein, der stolz sein darf, viele Faustkämpfer hervorgebracht zu haben, die auf nationaler Ebene erfolgreich waren.

Auch auf die Jugendarbeit ist der Traditionsverein stolz. Er gibt Jugendlichen, auch aus schwierigem Umfeld, gleich ob mit oder ohne Migrationshintergrund, Hilfestellung für die Bewältigung des Zusammenlebens von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, vermittelt Werte wie Disziplin, Respekt und gegenseitige Akzeptanz. Für die erfolgreiche Jugendarbeit, die vorbildlich im Boxverband in Baden sei, erhielt die Boxstaffel Blau-Weiß Lahr 2009 den Jugendförderpreis der Schaeffller-Gruppe/Ina in Lahr.

Autor: Wolfgang Beck