Der Boom ist vorbei, das Engagement bleibt

Alfred Arbandt

Von Alfred Arbandt

Di, 14. August 2018

Lahr

Tennisclub Blau-Weiß Hugsweier 77 feiert sein 40-Jähriges.

LAHR-HUGSWEIER. In einer Feierstunde hat der Tennisclub Blau-Weiß Hugsweier 77 an seine Vereinsgründung vor 40 Jahren erinnert. Zahlreiche Tennisliebhaber waren gekommen, darunter eine ganze Reihe von Gründungsmitgliedern.

Seit den Erfolgen von Boris Becker und Steffi Graf habe sich Tennis vom Eliten- zum Breitensport gewandelt, erinnerte Vorsitzender Roland Hirsch. So auch in Hugsweier, wo am 5. Juni 1978 im Gasthaus Löwen die Gründungsversammlung stattgefunden hat. Die Mitglieder der ersten Stunde hätten mit viel Engagement und auch persönlichen Bürgschaften den Grundstein für das heutige Jubiläumsfest gelegt, so Hirsch. Er bedankte sich bei den Mitgliedern und den Mitstreitern im Vorstand, die "mit Spaß und Leidenschaft" dem Tennissport nachgehen. Die Pflege der Kameradschaft und das gute und faire gesellschaftliche Miteinander seien hohe Güter. Ganz besonders würdigte er den persönlichen Einsatz bei der Pflege der Spielplätze.

In einem ausführlichen Rückblick ging der Ehrenvorsitzende Hansjakob Schweickhardt besonders auf die Vereinsgeschichte der Gründerjahre ein. Der Mary-Roos-Song, wonach am Anfang der besten Geschichten stets eine Schnapsidee stünde, könne auch für die Entstehung des Tennisclubs gelten. Der Ursprung sei aus dem Mutter-Kind-Turnen entstanden, als man eine weitere sportliche Betätigung suchte, dabei das vorgeschlagene Kegeln verwarf und schließlich beim Tennisspiel in der Schutterlindenberghalle landete. Dies war 1977, und bereits ein Jahr später schritt man zur Gründung des TC Blau-Weiß 77. Hansjakob Schweickhardt übernahm den Vorsitz, und zusammen mit der Vorstandschaft verfolgte man zwei Ziele: "Schnellstens eine Tennisanlage zu bauen" und "den Tennissport für eine breite Bevölkerungsschicht erschwinglich zu machen".

Vor 30 Jahren zählte der Verein 170 Mitglieder

Die Euphorie und das bemerkenswerte Engagement der Mitglieder mit persönlichen Bürgschaften führten dann zum Erfolg. Und so konnte im Laufe der Jahre mit Zuschüssen des Badischen Sportbunds und mit Unterstützung der Stadt eine tolle Anlage mit drei Plätzen und einem Tennishäuschen errichtet werden. 1988 wurde mit 170 Mitgliedern der Höchststand erreicht. Auch im sportlichen Bereich ging’s spürbar aufwärts, und 1995 beteiligten sich vier Mannschaften an der Verbandsrunde. Schweickhardt erinnerte auch an viele gesellschaftliche Aktivitäten und erwähnte besonders, dass der Verein schuldenfrei dastehe.

Die Jahre des Tennisbooms seien allerdings auch in Hugsweier schon geraume Zeit vorbei. Im Jubiläumsjahr nimmt noch eine Herrenmannschaft an Rundenspielen teil, und auch die Mitgliederzahl habe sich bei 50 eingependelt. Geblieben sei ein bemerkenswertes Engagement, wobei er sich ausdrücklich beim Vorsitzenden Roland Hirsch bedankte, der über 24 Jahre den Verein hervorragend leite.

Den Reigen der Grußworte eröffnete Walter Caroli, der die Grüße des Lahrer Stadtoberhaupts Wolfgang G. Müller überbrachte und an die Mitglieder appellierte, dem Verein treu zu bleiben. Regina Ducksch von der IG Sport wünschte dem Verein eine gute Entwicklung, Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt überbrachte die Glückwünsche von Ortschaftsrat und Verwaltung. Die musikalische Umrahmung übernahm Udo Büttner mit seinem Akkordeon.
Ehrungen: bronzene Ehrennadel des Badischen Tennisverbands für Bärbel Zwick und Waltraud Eble; Ehrung für Gründungsmitglieder Anni Leser, Waldemar Leser, Paul Berger, Georg Rinderspacher, Heinz Neunstöcklin, Wolfgang Bischoff, Barbara Bischoff, Jürgen Trampert, Wolfgang Strauch, Doris Strauch, Waltraud Eble, Bernd Eble, Hansjakob Schweickhardt, Gisela Schweickhardt, Richard Waas, Heidi Waas, Michael Gießler und Reinhold Gabelmann