Die Nähstube betreiben Ehrenamtliche und Flüchtlinge

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 08. August 2017

Lahr

Die Lahrer SPD schaut im Rahmen ihrer Sommeraktion bei der Nähstube und der Kleiderkammer des DRK-Kreisverbands vorbei.

LAHR (BZ). Beim Besuch der Lahrer SPD beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes ist es auch um die erst vor wenigen Wochen eröffnete Nähstube gegangen, die von Flüchtlingen und Ehrenamtlichen betrieben wird. Fraktionsvorsitzender Roland Hirsch unterstrich, dass die Arbeit des DRK als Dienst an der Gesellschaft nicht hoch genug geschätzt werden kann. Vor ein paar Wochen hatte der Kreisverband zur Eröffnung des neuen Kleidertreffs und der bundesweit möglicherweise einmaligen Rot-Kreuz-Nähstube eingeladen.

Der Kleidertreff ist ein richtiger kleiner Laden, der direkt an das Verwaltungs- und Schulungszentrum des Kreisverbandes angegliedert ist. Hier wird zu günstigen Preisen gebrauchte, aber gut erhaltene und oft auch hochwertige Kleidung angeboten, dazu auch Modeaccessoires und Bücher. Die Einrichtung steht allen Menschen offen. Gefragt wird dabei – wie im ganz normalen Second-Hand-Laden – nicht nach der Bedürftigkeit der Kunden, betonten Kreisvorsitzende Sigrid Lettau und Ute Zachmann, die Leiterin der Einrichtung. Das gleiche gilt auch für die Nähstube auf der gegenüberliegenden Seite des Innenhofes im Nestler-Carrée.

Hier können die im Kleidertreff erworbenen Fundstücke abgeändert werden. Zudem können Besucher unter fachkundiger Anleitung auch selbst schneidern. Das Besondere an der mit Mitteln des Bundesverbandes geförderten Nähstube ist die Tatsache, dass sie von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen betrieben wird. Der Syrer Ayham Hag Radour führt das Team an, seine Kollegen kommen aus Afghanistan, aus Gambia und Russland.

Sigrid Lettau und Kreisgeschäftsführer Joachim Hurst stellten den Besuchern auch die übrigen Einrichtungen der Kreisgeschäftsstelle vor. Auf rund 800 Quadratmetern Fläche beherbergt sie Verwaltungs-, Schulungs- und Tagungsräume. Dort koordiniert der 14 Ortsverbände umfassende Kreisverband mit mehr als 4600 Mitgliedern eine Vielzahl an Aktivitäten, bietet aber auch Schulungen und Seminare an.

Der Kreisverband ist Kooperationen mit Schulen und anderen Vereinen eingegangen, bietet professionelle Erste-Hilfe-Kurse an, engagiert sich in der Seniorenbetreuung und bald wohl auch in der Kinderbetreuung. Er vermittelt Babysitter, bietet begleitetes Reisen für Senioren an und zahlreiche Gesundheitskurse. Seine Schulungsräume stehen auch anderen Einrichtungen offen. Weiter ausgebaut wird aktuell auch das von Karin Ruder geleitete Hausnotrufsystem. Mit Mitgliedern aus den eigenen Reihen wird ein flächendeckendes Netz von Helfern vor Ort aufgebaut. Sie sind gut ausgebildet und schneller vor Ort als der Rettungsdienst, können Ersthelfer unterstützen und wichtige Informationen weiterleiten.

Angesprochen auf die Rolle der Ortsvereine, betonten Hurst und Lettau deren Bedeutung in den Ortsteilen und Umlandgemeinden. Wünschenswert wäre ein eigener Ortsverein auch in Lahr. Voraussetzung sei die Nachwuchsarbeit, der Aufbau einer aktiven Gruppe, die den Ortsverein mit Leben erfüllen könnte.