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17. Februar 2010

Ein Liberaler in Wort und Tat darf feiern

Hans Waeldin 80 Jahre alt.

  1. Hans Waeldin Foto: wolfgang beck

LAHR (wob). Liberales Denken hat Hans Waeldin im Elternhaus geprägt. Der Gerbermeister war "Mann der ersten Stunde" im Lahrer FDP-Ortsverband und auch im Ausland über Jahrzehnte "Botschafter liberaler Lebensart". Heute feiert der Sohn des früheren Lahrer Oberbürgermeisters und Regierungspräsidenten Paul Waeldin seinen 80. Geburtstag.

Eine Besonderheit dürfte es sein, dass der Sohn des früheren ehrenamtlichen Lahrer Oberbürgermeisters in der Straße wohnt, die nach seinem Vater benannt ist: in der Paul-Waeldin-Straße. Der Jubilar und die Lahrer Liberalen haben Paul Waeldin viel zu verdanken: "Das Elternhaus haben mich und meine drei Geschwister geprägt", sagt Waeldin. Er meint damit liberales Denken wie Toleranz und Verständnis, die der Jubilar im Beruf wie im politischen Alltag pflegte.

Als die Lederfabrik Karl-August Waeldin 1954 die Tore schloss, war Hans Waeldin 24 Jahre alt. Das Gerben, das verhehlt der Jubilar nicht, sei nicht sein Traumberuf gewesen, schon eher Eisenbahningenieur oder Pilot. Doch er musste sich den Familieninteressen unterordnen, schon gar in den schwierigen Zeiten während und nach dem Krieg. So wurde Hans Waeldin Gerber, arbeitete im elterlichen Betrieb mit, machte den Meister und Techniker und war auch nach der Schließung der Lederfabrik in Lahr viele Jahre als Berater in der Lederindustrie tätig. Bis Anfang der 70er-Jahre war der Jubilar Techniker bei Salamander-Kornwestheim, danach zog es Waeldin als Berater ins Ausland, wo er von Afrika bis Peru und Honduras in Sachen Leder unterwegs war. Die Landessprachen Französisch, Spanisch, Dänisch und Englisch spricht Waeldin seinen Angaben zufolge fließend.

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Mit 18 Jahren trat er 1948 in den Ortsverband der Lahrer der FDP ein. Für die Liberalen kandidierte Waeldin 1989 bei den Europawahlen und fuhr mit 12 Prozent ein beachtliches Ergebnis ein. In den 1990er-Jahren war Waeldin stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP, zuvor einige Jahre deren Beisitzer. "Er ist ein Mann der klaren Worte und ein Vertreter altbewährter Prinzipien", hat die FDP-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, Sibylle Laurischk, bei der Ehrung von Waeldin anlässlich dessen 60-jähriger Mitgliedschaft 2008 in der Orangerie im Stadtpark gesagt. Dabei wurde ihm die Theodor-Heuss-Medaille überreicht. Die Urkunde trägt die Unterschrift des heutigen Außenministers Guido Westerwelle.

Sechs Jahrzehnte gehörte Waeldin auch der Freiwilligen Feuerwehr Lahr an. "Ich habe keine Hobbys", sagt der Jubilar, außer dass er sich immer noch für alte Eisenbahnen interessiert und natürlich für die Fliegerei. Sein größter Wunsch wäre es, sagt der frühere Gesellschafter der Black-Forest Lahr GmbH und Beiratsmitglied, wenn in naher Zukunft vom Lahrer Flugplatz aus wieder geflogen werden könnte.

Autor: wob