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31. Dezember 2009

Ein umtriebiger Geschäftsmann

Gebhard C. Freiherr von Heyl wird morgen 80 Jahre alt / Engagiert auch auf sozialem Gebiet

  1. Freiherr von Heyl Foto: Beck

LAHR (wob). Wenn ein Geschäftsmann aus deutscher Adelsfamilie am Jahresende zurückblickt, hat dies einen besonderen Grund: Gerhard C. Freiherr von Heyl feiert am morgigen Neujahrstag seinen 80. Geburtstag. Die Wurzeln des umtriebigen Geschäftsmanns, Diplomchemikers und einstigen technischen Leiters der Lahrer Lederfabrik Waeldin reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück.

"Wenn man 80 wird, läuft das Leben in ruhigeren Bahnen", sagt Gebhard Freiherr von Heyl in seinem Wohnhaus in der Bürklinstraße. Bis vor wenigen Jahren war der Terminkalender des umtriebigen Ruheständlers, der aus der Nibelungenstadt Worms stammt, noch prall gefüllt. Darin unterschied sich das frühere Vorstandsmitglied der Lederfabrik Emil Waeldin AG, Geschäftsführer einer großen Handelsgesellschaft und Wirtschaftsberater nicht so sehr von seiner Frau Helene, Freifrau von Heyl. "Business trifft Caritas" hätte das Motto der Adelshochzeit lauten können, als der evangelische Freiherr die katholische Freiin von Gemmingen 1956 an den Traualter in Bad Wimpfen führte. Während der Jubilar für die Geschicke der Lederfabrik Waeldin verantwortlich war, engagierte sich die Freifrau in der katholischen Kirchengemeinde in Lahr, wurde Dekanats- und Diözesanvorsitzende und auch Beraterin der deutschen Bischofskonferenz.

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Die von Heyls waren viel in Deutschland unterwegs, in Europa und auf anderen Kontinenten. Sie managten Beruf und Familie, in der vier Kinder aufwuchsen. "Ich muss das Leder riechen", hat Gebhard von Heyl einmal gesagt, als der Niedergang der Lederfabrikation besiegelt war. Als der "hintere Waeldin", wie man in Lahr zu sagen pflegte, 1974 geschlossen wurde, wechselte von Heyl von der Lederindustrie in den Lebensmittelhandel – als Geschäftsführer der internationalen Handelsgesellschaft A&O-Selex.

Nach dem Ausscheiden aus der weit verzweigten Dachorganisation im Lebensmittelhandel, in der er weitere Firmen gründete und leitete, suchte von Heyl noch mit 62 Jahren eine neue Herausforderung: Er war im Auftrag der Treuhand weitere zehn Jahre als Geschäftsführer in den neuen Bundesländern tätig. Dort gab er sein Wissen an Lederfabrikanten weiter, betreute und motivierte deren Mitarbeiter und Führungskräfte, um die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen zu steigern. "Ich war im Jahr 80 000 Kilometer unterwegs", erzählt der umtriebige Geschäftsmann aus seinem Leben, in dem Lahr zur Wahlheimat geworden ist.

Zur Umtriebigkeit gehört auch, dass von Heyl auch jenseits der 70 noch als Mitglied des in Bonn ansässigen Senior- Experten-Services, einer Hilfsorganisation der deutschen Wirtschaft, tätig war. "Dort habe ich mein Wissen an andere Unternehmer weitergegeben", sagt er im Rückblick auf seine Zeit als Berater in Litauen, in der Ukraine und in Honduras.

Insgesamt zwei Jahrzehnte war von Heyl Mitglied der Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein und 16 Jahre Vorsitzender des Außenhandelsausschusses. Er war Ausschussmitglied beim Deutschen Industrie- und Handelstag in Bonn und im Rahmen des Verbands der deutschen Lederindustrie als Gutachter und als Vorstandsmitglied in Forschungseinrichtungen tätig. Der Jubilar war aber nicht nur als Geschäftsmann aktiv, sondern auch auf sozialem und kirchlichem Gebiet: Er war Aufsichtsratsvorsitzender der Neuen Arbeit Lahr, Rechtsritter im Johanniterorden, Bezirkssynodaler und auch im Ältestenkreis der Burgheimer Kirche engagiert.

Autor: wob