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29. Dezember 2009

Eine Kurpackung mit satten Bowie-Beats

Der Wirkstoff "Bowmanic" hat sich als hoch wirksam erwiesen

  1. Mit „Bowmanic“ präsentieren Henning Lehmann und eine eigens zusammengestellte Band ein ganz besonderes David-Bowie-Tribute. Foto: Künstle

LAHR. Der Start der Versuchsreihe mit dem Wirkstoff "Bowmanic" aus den (Musik-)Labors der Firma Lehmann & Co. (wir berichteten am Donnerstag) kann als voller Erfolg gewertet werden.

Der Andrang im Wartezimmer, sprich im Bistro des Schlachthofs,war schon eine Stunde vor Konzertbeginn so riesig, dass unschwer zu erkennen war, dass die Infektion mit dem David-Bowie-Virus auch heute, also Jahre nachdem die Glitzerfigur Bowie aus den großen Schlagzeilen verschwunden ist, immer noch epidemische Ausmaße anzunehmen vermag und breit gestreute Bevölkerungsschichten erreicht: Gestandene Altrocker waren im dichten Gedränge vor der Schlachthofbühne ebenso zahlreich vertreten wie Späthippies und Jugendliche, die vermutlich von ihren Müttern Mitte der 80er Jahre zu Bowie-Beats in den Schlaf geschaukelt worden waren und deshalb viele der gespielten Hits bis auf das letzte i-Tüpfelchen aus voller Kehle mitsingen konnten. Und alle bekamen genau die satte Dosis musikalische Wundermedizin verabreicht, nach der sie seit Wochen gelechzt hatten.

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Dafür sorgte das Team um Henning Lehmann, das mit diesem David-Bowie-Special nicht nur dem Publikum eine energiegeladene Kurpackung verabreichte, sondern deutlich sicht- und spürbar auch das eigene Wohlbefinden auf die Spitze trieb. In erster Linie Lehmann selbst, der sowohl stimmlich als auch an der Gitarre überzeugend den routinierten Profi geben durfte, weil er an diesem Abend einfach super gut drauf war und sich auch auf seine Mitspieler zu 100 Prozent verlassen konnte: Axel Deyda, zuständig für scheinbar locker-flockig aus dem Handgelenk fließende atemberaubende Riffs und Gesang, der sich auch vor höheren Lagen nicht zu fürchten braucht – zumal er an diesem Abend in April-Lee McManus eine ebenso stimmkräftige wie charmante Verstärkung an seiner Seite hatte. Mit in der Crew an den Drums auch der gewohnt punktgenau funktionierende Herzschrittmacher Charlie Lüftner. Für die richtigen Bass-Grooves sorgte "Quick Nick" Bisognano aus Freiburg, während Keyboarder Helmut Fischer den Zuhörern beim Abheben in die unendlichen Tiefen des Bowie-Universums behilflich sein durfte. Stilistisch war für jede Präferenz etwas dabei, angefangen bei zackigem Rock über die bekannten Schmuseballaden und tanzbarem Pop.

Eingestimmt auf diesen Wohlfühl-Vitamin-Cocktail wurden die Besucher von der Lahrer Band Orange Cue, die mit ihren von der bewusst monoton-eindringlich gehaltenen Stimme ihres Sängers Stefan Schüle geprägten Rockballaden in der Regio seit längerem ein treues Stammpublikum begeistern.

Autor: Ulrike Le Bras