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10. Februar 2012
Eltern und Kinder in Kammermusik vereint
Das neue Lahrer Kammerorchester der städtischen Musikschule hat am Sonntag seine Premiere.
LAHR.Die Städtische Musikschule Lahr hat ein hochklassiges Kammerorchester gegründet. Am Sonntag bei der Matinee der Musikschulen Lahr und Stuttgart im Lahrer Autohaus Link wird es seinen ersten öffentlichen Auftritt haben.
"Es gibt in Lahr sehr viele Eltern von Schülern der Städtischen Musikschule, die selbst Musik machen, auf hohem Niveau", erklärt Musikschulleiter Tobias Meinen. Von dieser Seite sei immer wieder der Wunsch nach gemeinsamem Musizieren mit den Kindern vorgetragen worden. Nun habe man das realisiert. Das Orchester bestehe aus Eltern, aus Ehemaligen sowie aus Lehrkräften und Top-Schülern. Mit der Neugründung eines "Zwergenorchesters" für Kinder ab vier Jahre habe die Schule soeben den Grundstein für seine Orchesterarbeit gelegt. Meinen: "Das setzt sich fort über die Jahrgangsstufen bis hin zum Sinfonieorchester. Aber für unsere Spitzenbegabungen hat die Herausforderung gefehlt. Die haben wir nun mit dem Kammerorchester."
Letztlich seien es die Lehrer für Streichinstrumente gewesen, die die Anregung aufgegriffen haben. "Für Streicher ist so ein Orchester vielleicht noch wichtiger, als für andere Instrumentengruppen", erklärt die Bratschistin Claudia Bühler, Lehrerin an der Städtischen Musikschule Lahr. Bei einem Treffen im Dezember wurde der Plan Kammerorchester konkretisiert. Eltern, Lehrer, Schüler wurden Anfang Januar zu einem Kennenlern-Wochenende eingeladen. Bühler: "Das war wie ein Zündfunke. Wir haben uns sofort verstanden, auf ein Programm geeinigt und geprobt."
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Dirigent des Lahrer Kammerorchesters ist Tigran Hakhumyan. Er ist in Armenien geboren und stammt aus einer Musikerfamilie. Er studierte in Russland, später in Basel und Straßburg. Seit geraumer Zeit lebt er in Offenburg und unterrichtet in Lahr. Er hat als Fünfjähriger mit der Geige angefangen. "Aber schon als Kind wollte ich Dirigent werden." Mit 19 Jahren hatte er dann seinen ersten Auftritt mit dem Taktstock – auf einem Musikfestival in Armenien, das seine Familie ins Leben gerufen hatte. Die Arbeit mit dem Orchester laufe ausgezeichnet. "Das Ensemble spielt fantastisch zusammen." Bei der Matinee am Sonntag soll das Orchester den Schlusspunkt setzten, mit Werken von Vivaldi, Haydn und Beethoven. Dabei werden Schüler der Musikschule als Solisten auftreten: die 18-jährige Charlotte Nadler beim hoch virtuosen ersten Satz aus Beethovens Kavierkonzert B-Dur, Nr. 2, der 14-jährige Johannes Fünfgeld bei einem Vivaldi-Cellokonzert, und die 10-jährige Anna-Lena Faißt bei einem Haydn-Werk. Darüber freut sich Meinen ganz besonders: "Für die Solisten ist das eine tolle Erfahrung und eine Herausforderung."
Das Orchester soll eine projektbezogen arbeitende Dauereinrichtung werden. Wer schon mal schnuppern will: Am Samstag um 11 Uhr gibt es in der Konzerthalle der Musikschule – das frühere "Alte Scheffel" – eine öffentliche Generalprobe. Zuhörer sind willkommen.
Autor: Robert Ullmann
